Subventionen
Basel wird das Sportmuseum nicht alleine retten

Die existenziellen Ängste des Sportmuseums sind berechtigt: Am Dienstag hat sich die Baselbieter Regierung gegen weitere Subventionen ausgesprochen. Und Basel-Stadt möchte die finanzielle Last nicht alleine tragen.

Eva Wieser
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Von der Carving-Technik noch weit entfernt: Die Skisammlung im seit eineinhalb Jahren geöffneten Begehlager des Sportmuseums.

Von der Carving-Technik noch weit entfernt: Die Skisammlung im seit eineinhalb Jahren geöffneten Begehlager des Sportmuseums.

Martin Töngi

«Es ist hart - aber es ist ein Fakt», sagt GLP-Grossrätin Martina Bernasconi. Das Mitglied der Bildungs- und Kulturkommission (BKK) spricht Klartext: «Wenn das Baselbiet keine Subventionen mehr bezahlen wird, bedeutet dies wirklich das Ende des Sportmuseums.»

Noch im Februar hat der Grosse Rat Subventionen für das Sportmuseum in der Höhe von insgesamt 450'000 Franken bis 2015 in Aussicht gestellt. Diesen Beschluss knüpften die Basler Parlamentarier jedoch an sieben Bedingungen. Eine dieser Auflagen sieht vor, dass das Sportmuseum den jährlichen Betrag von 150 000 Franken nur erhält, wenn sich das Baselbiet jeweils mit der gleichen Summe beteiligt.

Am Dienstag hat sich die Baselbieter Regierung gegen weitere Subventionen ausgesprochen. Folgt der Landrat diesem Beschluss, wird der Kanton Baselland das Sportmuseum nicht weiter unterstützen.

Bezahlt das Baselbiet nicht mehr, wird auch der Kanton Basel-Stadt die Subventionen streichen. Für Martin Lüchinger, SP-Grossrat und BKK-Mitglied eine Tatsache, an der nicht mehr gerüttelt werden kann: «Der Grosse Rat hat sich ganz klar entschieden, dass der Betrag, welcher der Kanton Basel-Stadt spricht, abhängig von der Landschaft sein soll.»

Blauäugigkeit wird kritisiert

Dass dieser Beschluss gilt, ist auch Gregor Dill, Direktor des Sportmuseums bekannt. Dennoch zeigte er sich gegenüber der bz zuversichtlich. Für Martin Lüchinger keine Überraschung: «Die Blauäugigkeit und das Vertrösten des Sportmuseums, dass dann alles schon gut gehen werde, ist ärgerlich», nervt sich das BKK-Mitglied.

Dass die Grossratskommission der Museumsleitung Chaos vorwarf und dafür sorgte, dass die Subventionen an sieben Bedingungen geknüpft wurden, zeigt: Das Verhältnis ist angespannt. Auch wird immer wieder diskutiert, ob das Sportmuseum seinem Namen überhaupt gerecht wird: Für Martina Bernasconi ist das Sportmuseum eigentlich kein Museum. «Das Begehlager ist überspitzt ein Estrich mit mehr oder weniger interessanten Erinnerungsstücken», beschrieb die GLP-Grossrätin einen Teil des Museums Anfang Jahr gegenüber der bz.

Der Leiter der Kulturabteilung des Präsidialdepartements Philip Bischof übt Zurückhaltung: «Es ist klar spürbar, dass das Sportmuseum noch auf dem Weg ist, als Ausstellungs- und Sammlungsort seine Kontur zu finden.» Ob es auf diesem Weg von den beiden Basel unterstützt wird, kann Bischof nicht abschätzen: «Wir müssen nun Abwarten, wie sich das Baselbiet entscheiden wird.»