Eröffnung

Basel wird Hauptquartier im Kampf gegen Atomwaffen

Die Eröffnung findet am Freitag in der Aula der Universität Basel statt.

Die Eröffnung findet am Freitag in der Aula der Universität Basel statt.

Das Basel Peace Office setzt sich für die atomare Abrüstung ein und steht auch Studenten offen. «Basel hat eine humanitäre Tradition und bereits einige Male im Fokus der Friedensbewegung», so Präsident des Peace Office Nidecker.

20'000 Atomwaffen existieren 20 Jahre nach dem Kalten Krieg immer noch, 2000 davon könnten innert Minuten abgefeuert werden, betont Andreas Nidecker, der Präsident des heute eröffneten Basler Peace Office. Die Menschheit lebe täglich mit dieser Bedrohung, ein Zustand, der die humanitären Grundrechte stark infrage stelle, so Nidecker. «Mein Ziel und das des Basel Peace Office ist es, den nächsten Generationen eine Welt ohne Atomwaffen zu hinterlassen.» Der Standort Basel sei vorerst für drei Jahre geplant, so der Radiologe und Präsident des IPPNW, Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges, eine Organisation, die 1985 den Friedensnobelpreis erhielt.

Basel sticht New York aus

«Basel hat eine humanitäre Tradition und stand in seiner Geschichte bereits einige Male im Fokus der Friedensbewegung», betont Nidecker. Im August 2010 fand in Basel der Weltkongress der Ärzte gegen Atomkrieg statt und sorgte für erste Gespräche, die zur Eröffnung des Basel Peace Office führten. Basel sei ein idealer Standort, bestätigt auch Direktor des Basler Peace Office Alyn Ware. Der neuseeländische Friedensaktivist, welcher für seine Bemühungen bereits ausgezeichnet wurde und an einigen UN-Resolutionen beteiligt war, setzt sich seit Jahren für die atomare Abrüstung ein. Er habe länger nach einem Ort für das Peace Office gesucht und auch Wien, London und New York in Betracht gezogen. Schliesslich sei er vom Standort Basel überzeugt gewesen: «Basel ist eine Grenzstadt. Der Standort, angrenzend an zwei Länder, die Nato-Mitglieder sind und selbst in einem Land liegend, das Atomwaffen verneint, ist interessant.» Mit Regierungspräsident Guy Morin habe er einen begeisterten Befürworter des Projekts gefunden, so Ware. Das UNO-Gebäude in Genf sei auch schnell zu erreichen.

Projekte zur Abrüstung

Obwohl sich die Anzahl der Atomwaffen seit dem Kalten Krieg deutlich verringert habe, sei man von einer Abrüstung weit entfernt, betont Nidecker: «Bereits einige Male sind in den letzten Jahren durch menschliches Fehlverhalten sehr gefährliche Situationen in den Kommandozentralen diverser Atommächte entstanden.» Das Basel Peace Office wolle mit seinen Projekten zur Abrüstung der Atomwaffen beitragen und dazu neue Konzepte und Strategien entwickeln, sagt Ware. Eine Chance, Fortschritte in der Abrüstung und der Vernichtung der Atomwaffen zu erzielen, sei die Betonung der humanitären Konsequenzen eines Atombombenabwurfs, so Nidecker. Auch für Studenten wird das Basel Peace Office zugänglich sein und ein Angebot an Vorlesungen und Workshops vorweisen können. «Das Peace Office ist für Studenten eine Chance an der Aktualpolitik teilzunehmen und mit politischen Grössen auf internationalem Parkett in Berührung zu kommen», sagt Nidecker. Auf die Initianten warten grosse Herausforderungen und der Kanton Basel-Stadt erhofft sich vom Peace Office eine Bereicherung, wie die Präsenz Morins an der Vorstellung zeigte.

Fr 16.11 Eröffnung 18 Uhr, Universität Basel, Aula.

Sa 17.11 Symposium 10 Uhr bis 12.30 Uhr Kollegienhaus Uni Basel.

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