Energiewende
Baselbieter Gemeinden zeigen sich offen für Windräder

Der Baselbieter Richtplan zur Windkraft stösst bei den verschiedenen Gemeinden mehrheitlich auf Wohlwollen, nur wenige Bedenken werden geäussert.

Daniel Haller
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Der Baselbieter Richtplan zur Windkraft stösst bei den verschiedenen Gemeinden mehrheitlich auf Wohlwollen. (Symbolbild)

Der Baselbieter Richtplan zur Windkraft stösst bei den verschiedenen Gemeinden mehrheitlich auf Wohlwollen. (Symbolbild)

Keystone

Noch will sich der Kanton Baselland nicht äussern zu den Antworten, die er bis Anfang Juli auf die Vernehmlassung zum Richtplan Windkraft erhalten hat. Doch eine Umfrage zeigt: Die Gemeinden, auf deren Territorium die Gebiete für Windkraftwerke im Kantonalen Richtplan (Krip) ausgeschieden werden sollen, zeigen sich aufgeschlossen.

Teilweise ist «aufgeschlossen» sogar untertrieben, etwa in Sissach: «Wir hatten bei der Revision des Zonenplans Landschaft bereits Raum für Windkraftwerke vorgesehen», berichtet Gemeindepräsident Peter Buser. Der Kanton habe aber darauf bestanden, dass zuerst der Krip verabschiedet sein müsse, bevor die Gemeinden die Zonenpläne anpassen. Busers Fazit: «Wir haben also dem Richtplanentwurf nicht nur zugestimmt, wir haben das sogar schon vorher angestossen.»

Auch in Lausen – wie Sissach vom Windpark-Standort 7 betroffen – äussert sich der für Umwelt und Energie zuständige Gemeinderat Felix Hoch positiv: «Wir unterstützten grundsätzlich die Windenergie.» Zwar sei vieles noch unbestimmt und ganz am Anfang. Doch sei es nötig zu untersuchen, ob es genug Wind gebe, um das Gebiet 7 zu erschliessen. Dass es dort genug Wind gibt, scheint aber nicht nur die Elektra Baselland (EBL) zu vermuten: «Wir erhielten bereits eine weitere Anfrage von einem ausserkantonalen Projekt-Entwickler.»

Hoch berichtet, dass in Lausen der Gemeinderat zugleich auch der Bürgergemeinderat ist. Die Bürgergemeinden sind die Besitzer der infrage kommenden Waldparzellen. «Wir stehen in Kontakt mit den Bürgergemeinden Sissach und Liestal. Beide stehen der Windkraft ebenfalls positiv gegenüber», erklärt Hoch. Vom Kanton seien die Bürgergemeinden aber nicht in die Vernehmlassung zum Krip einbezogen worden.

Dies befremdet auch Thomas Wellauer, Bürgergemeindepräsident von Arisdorf: «Es gab zwar die Informationsveranstaltung der EBL, aber vom Kanton wurden wir als betroffener Grundbesitzer nie angesprochen. Auch bei der parallel dazu laufenden Erneuerung des Richtplans Wald war Windkraft nie ein Thema.» Die Bürgergemeinde habe sich noch keine Meinung gebildet.

Umweltschützerische Bedenken

Insgesamt reagiert Arisdorf vorsichtig: «Der Gemeinderat ist nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet», meint zwar Gemeindepräsident Alex Kämpfen. Doch wenn die Standorte bekannt seien, werde man genau prüfen, mit welchen Auswirkungen zu rechnen sei. «Da Arisdorf durch die Autobahn bereits erheblichen Lärmimmissionen ausgesetzt ist, dürfte eine zusätzliche Lärmquelle durch Windräder bei der Bevölkerung kaum auf Akzeptanz stossen.» Zudem erwarte die Gemeinde eine angemessene finanzielle Entschädigung.

Nicht zu einem konkreten Standort hat sich Liestal geäussert: «Der Stadtrat unterstützt die Bemühungen des Kantons, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass mögliche Standorte für Windkraftanlagen vertieft geprüft werden können», schrieb er der Regierung. «Er erachtet solche weiterführende Prüfungen als sinnvoll im Hinblick auf das gemeinsame Ziel der Schweiz aber auch des Kantons Baselland, eine grössere Autonomie in der Energieversorgung zu erlangen.» Von den Gemeinden kommen also zwar teilweise Vorbehalte, aber keine Opposition.

Alle eingeholten Stellungnahmen betreffen das gleiche Gebiet. Doch ein Kontrollanruf in Ziefen, wo im Richtplan ein Windpark mit Reigoldswil festgesetzt ist, bestätigt das Bild: «Es gibt dazu zwar verschiedene Meinungen im Gemeinderat», erklärt Gemeinderat Thomas Tschopp. «Doch letztlich sind wir der Windkraft gegenüber aufgeschlossen, wenn man dabei die umweltschützerischen Bedenken ernst nimmt.»