Baselbieter Polizei
Auf Eymann folgt Egeler: Baselbieter Verkehrspolizei bleibt in Basler Hand

Der ehemalige FDP-Grossrat Christian Egeler (50) wird ab Juli das Verkehrswesen bei der Baselbieter Polizei leiten. Er ist damit Nachfolger der neuen Basler Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann.

Hans-Martin Jermann
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Stadtbasler bei der Baselbieter Verkehrspolizei: Der künftige Leiter Christian Egeler und seine Vorgängerin, die neue Basler Regierungsrätin Stephanie Eymann.

Stadtbasler bei der Baselbieter Verkehrspolizei: Der künftige Leiter Christian Egeler und seine Vorgängerin, die neue Basler Regierungsrätin Stephanie Eymann.

zVg

Chefin oder Chef der Verkehrspolizei: Das sind in fast allen Kantonen zwar wichtige Posten, diese werden aber in aller Regel nicht von Personen besetzt, die einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sind. Anders ist das im Baselbiet: Auf Stephanie Eymann, seit Februar Justiz- und Sicherheitsdirektorin des Kantons Basel-Stadt, folgt bei der Baselbieter Polizei Christian Egeler. Der 50-jährige Basler hat für die FDP zwölf Jahre (von 2004 bis 2016) im Grossen Rat politisiert und präsidierte das Parlament 2014/2015 – amtete in jenem Jahr also als formell höchster Basler. Egeler tritt seine neue Stelle am 1. Juli an.

Egelers Promi-Status habe für Anstellung keine Rolle gespielt

Egelers Promi-Status in der regionalen Politszene sei kein Anstellungsthema gewesen, beteuert der Baselbieter Polizeikommandant Mark Burkhard. Gewiss kämen ihm nun aber in der Arbeit bei der Verkehrspolizei das grosse Beziehungsnetz und die in der Politik gesammelte Führungserfahrung zugute. «Viel wichtiger ist Egelers fundiertes Fachwissen über die regionale und nationale Verkehrslandschaft. Die Gesamtheit an Kompetenzen und Erfahrungen stimmt bei ihm sehr», betont Burkhard.

Christian Egeler leitet seit 2016 die Sektion Verkehr im Bundesamt für Raumentwicklung. Zuvor war der ETH-Bauingenieur in verschiedenen Funktionen für die Basler Rapp Trans AG tätig, zuletzt als Leiter des Verkehrsmanagementteams und Senior Consultant. Egelers Wechsel zur Baselbieter Polizei mag für Aussenstehende überraschend kommen. Er selber sieht aber einige Überschneidungen seiner bisherigen Jobs mit seinem neuen: «Früher war ich in der Planung von Verkehrssystemen tätig, künftig werde ich es stärker in der Umsetzung und Einhaltung sein», sagt er. Unter anderem war Egeler bei Rapp Trans an der Entwicklung von Gebührenerhebungs- und Geschwindigkeitskontrollsystemen beteiligt.

Egeler machte sich 2014 für die Kantonsfusion stark

Egeler ist überzeugt, dass er seine breite politische Erfahrung gewinnbringend in seinem neuen Job einsetzen kann. Etwa wenn es darum geht, Verkehrsregeln zu erklären und Verständnis für diese zu schaffen. Dass nach Eymann, die allerdings viele Jahre im Baselbiet lebte und hier auf kommunaler Ebene politisierte, nun erneut ein bekannter Stadtbasler das Verkehrswesen der Landpolizei leiten wird, ist wohl Zufall, lässt sich mit Charakter und politischer Tätigkeit Egelers leicht in Einklang bringen: Der weltoffene Freisinnige trat stets für regionale Lösungen und ein gutes Einvernehmen zwischen Stadt und Land ein. 2014 machte er sich zum Beispiel auch für eine Kantonsfusion der beiden Basel stark.

Zudem neuer Chef der Kommandobereiche

Die Baselbieter Polizei hat einen zweiten Chefposten besetzt, und zwar jenen der neu geschaffenen Kommandobereiche: Alexander Hartmann wird seinen Job wie Christian Egeler per 1. Juli antreten. Der 53-jährige Betriebswirtschafter und Bankkaufmann verfügt über eine breite berufliche Erfahrung und war unter anderem bei den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel, dem Bürgerlichen Waisenhaus Basel und dem Universitätskinderspital beider Basel (UKBB) tätig.