Das Sportmuseum muss wieder mal um seine Existenz fürchten. Die Baselbieter Regierung will die Institution nicht mehr subventionieren. Und das, obwohl das Sportmuseum erst vor eineinhalb Jahren von der Stadt auf Baselbieter Boden gezogen und seither in Münchenstein - auf dem Dreispitz - beheimatet ist. In der Antwort auf ein Postulat des SP-Landrats Martin Rüegg begründet der Regierungsrat sein Nein zu weiteren Beiträgen mit dem schon geleisteten Start- und Erschliessungsbeitrag, den das Museum für die Jahre 2012/13 erhielt. Zudem würde die Finanzlage des Kantons zukünftige Subventionen verunmöglichen.

Gelassenheit hier, Skepsis da

Auf dem Dreispitz reagiert man mittlerweile fast schon gelassen auf solche vermeintliche Hiobsbotschaften. Der Grund: «Die Regierungen sind stets gegen Subventionen - sei es in Bundesbern, Basel-Stadt oder Baselland», so Sportmuseums-Direktor Gregor Dill. Er ist aber überzeugt, dass die Baselbieter Landräte zum gleichen Schluss kommen werden wie das Bundesparlament und der Grosse Rat. Sowohl der Bund als auch der Kanton Basel-Stadt unterstützen das Sportmuseum jährlich mit einem Beitrag von 150 000 Franken. Der Grosse Rat knüpfte seinen Beschluss im Februar für die Jahre 2013-2015 aber an sieben Auflagen: unter anderem daran, dass sich das Baselbiet im gleichen Umfang an den Kosten beteilige.

Existenzängste

Sollte das Baselbiet tatsächlich die Subventionen einstellen, sähe sich das Sportmuseum damit sofort wieder mit existenziellen Ängsten konfrontiert. «Unser Budget ist auf eine paritätische Beteiligung von Bund und Kantonen ausgelegt, wir haben keinen Plan B», sagt Gregor Dill. Die «paritätische Beteiligung» summiert sich auf jährlich 650 000 Franken - neben den Kantonen und dem Bund gehören auch Swiss Olympic und EBM zu den Subventionsträgern. Der Direktor des Sportmuseums erhofft sich nun vom «direkten Kontakt zu den Entscheidungsträgern» einen Umschwung. Damit meint er nicht zuletzt Martin Rüegg, so etwas wie der verlängerte Arm des Sportmuseums in der Baselbieter Politik: Landrat Rüegg ist nämlich Stiftungsrat des Sportmuseums. Auch er wird seinen Ratskollegen nun zu erklären versuchen, welche Bedeutung das Sportmuseum mit seinen 130 000 Sammelobjekten für den Landkanton hat. «Ich werde mich voll für die Subventionen für dieses einzigartige Museum einsetzen», verspricht Rüegg. Er teilt aber den grenzenlosen Optimismus Dills für das einzige nationale Museum des Landkantons nicht: «Ich kenne meine Pappenheimer im Landrat, es wird ein schwieriger Weg.»

Sollten seine Bemühungen ins Leere laufen, dann sieht Martin Rüegg schwarz: «Ich befürchte, dass dies dann das Ende des Sportmuseums sein könnte.»