In knapp 2 Monaten ist es so weit: Das Jugendkulturfestival lädt am 4. und 5. September zum rockpoppigen Ohrenschmaus ein, zum Tanzen, zum Theaterschauen, zum Essen und Trinken, zur Lesung, zum Skaten, zum Breakdance-Battle, zur Fitness, zum Raven, zum Verweilen unter freiem Himmel.

In einem Intervall von zwei Jahren findet das Jugendkulturfestival (JKF) in Basel statt und zieht viele Jugendliche und Besucher an. Rund 60 000 Zuschauer lockte das Festival vor zwei Jahren auf seine Schauplätze in der Innenstadt. Rund 1800 Jugendliche beteiligen sich in der diesjährigen Ausgabe auf den 14 Bühnen.

Das sind beachtliche Zahlen. Ziffern, die an die Grössenordnung des Tattoos gemahnen — dem Militärmusikfestival, das momentan in der Kaserne gastiert. Das Jungendkulturfestival könnte mit Eintritten ein dickes Geschäft abwickeln, tut es aber nicht. Die Leitung hält am nicht-kommerziellen Konzept fest. Der Zugang zu den jeweiligen Veranstaltungen ist kostenfrei. Das kommt wohl auch daher, dass die Akteure auf der Bühne keine Gage bekommen. Sie erhalten eine Plattform, die gerne genutzt wird: 335 Anmeldungen erhielt die Geschäftsleiterin Joëlle Perret. Ein Rekord.

Parcours-Akrobaten und Crossfit

Üblicherweise wählt ein Festival seine Musiker und Darsteller selbst; das JKF verfährt mittels Ausschreibungen. Die besten Kandidaten werden von einer Fachjury ausgewählt und auf die Bühne gebeten. «Das Schöne ist, dass Bands wie Schwellheim oder Amorph eigens für das Festival ihre Konzerte konzipieren», sagt Sabrina Tschachtli, Jurymitglied im Bereich Musik. Auch wenn der Schwerpunkt auf das Musikprogramm gelegt wird, ist das JKF mehr als ein Musifest. Deutlich wird das wohl auf dem Münsterplatz, wo Crossfit-Profis, Skaters und Parcours-Akrobaten ihr Trainingslager aufstellen. Oder im Literaturhaus, wo Lesungen stattfinden, oder im Safe des Kaffeehauses Mitte, wo Theater gespielt wird.

Immer mehr Institutionen wollen sich an der Talentschau beteiligen. Neu dabei ist zum Beispiel die Kunsthalle Basel, die ihren Eingang jungen bildenden Künstlern aus dem Atelierhaus R105 zur Gestaltung freistellt. Ein geschickter Schachzug der Kunsthalle, denn hinter und neben dem Haus stehen die Konzertbühnen und DJ-Pulte, die viele Besucher anlocken. Die Kunsthalle öffnet dann zu verlängerten Öffnungszeiten, für unter 25-Jährige sogar kostenlos.

Hip-Hop und Breakdance

Einen grossen tänzerischen Höhepunkt bildet der Wetttanz zwischen Hip-Hop und Breakdance am Samstag. Dann wechseln sich einzelne Formationen Lied um Lied ab. Für ihre coolen Posen und roboterhaft synchronen Choreografien ernten sie Jubelrufe, Pfiffe und Klatscher aus dem Publikum — dies zeigte die letzte Ausgabe. Normalerweise finden die Tänzer Einzug im Foyer des Theater Basel; wegen eines technischen Umbaus beheimatet sie dieses Jahr das Stadtcasino im grossen Musiksaal.

Mehr Informationen zum Programm und den Schauplätzen entnehmen Sie www.jugendkulturfestival.ch