Parfüm
Basels exklusiver Duft kostet 245 Franken

Der Basler Couturier Raphael Blechschmidt bringt kommende Woche sein erstes Parfüm auf den Markt.

Rahel Koerfgen
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Raphael Blechschmidt (rechts) mit Parfümeur Vincent Micotti – und der Hauptdarstellerin, dem Duft «Alcina». Juri Junkov

Raphael Blechschmidt (rechts) mit Parfümeur Vincent Micotti – und der Hauptdarstellerin, dem Duft «Alcina». Juri Junkov

Juri Junkov

Seine feine Nase ist sein Kapital: Vincent Micotti kreiert im Labor in Münchenstein sogenannte Nischenparfüms. Düfte mit kostbaren, seltenen Ingredienzen; aussergewöhnliche Kompositionen, die es nicht überall und nur in geringer Stückzahl zu kaufen gibt. Diese Exklusivität kommt gut an. Das Geschäft mit seinem Label YS-UZAC würde sehr gut laufen, sagt Micotti. Ein Erfolgsgarant sind jene Düfte, die er nach Mass herstellt. Die also nur eine Person trägt und sonst niemand. «Die Leute sind auch im olfaktorischen Bereich zunehmend auf der Suche nach Individualität, nach Düften, die ihre Persönlichkeit unterstreichen», sagt Micotti.

Nun hat Micotti erstmals ein Parfüm für einen Modedesigner kreiert. Der Basler Couturier Raphael Blechschmidt klopfte vor anderthalb Jahren bei ihm an. «Ich hegte schon lange den Traum, einen Duft zu lancieren. Schliesslich hat jedes grosse Modehaus sein eigenes Parfüm», sagt Blechschmidt zur bz.

Die Mode in der Nase

Der Couturier sagt, er habe sich einen Duft gewünscht, der seine Philosophie, seine Mode olfaktorisch festhalte. «Umso besser, dass Micotti in der Region sein Labor hat und seine Kreationen auch hier herstellt. Das war mir wichtig. Das Ergebnis kann als echtes Basler Parfüm bezeichnet werden», sagt Blechschmidt. Die bz durfte bereits daran schnuppern: Ein sehr frischer, energetischer Duft, von warmen Komponenten umhüllt. Micotti verrät, welche Ingredienzen die Hauptrolle spielen: «Beispielsweise Mandarine und Bergamotte, die dem Parfüm den sonnigen Charakter geben. Die Wärme stammt aus einer Holzmischung, bestehend aus Hexenhasel aus Japan, Gaiaholz aus Paraguay und Sandelholz aus Indien. Das ergibt einen schönen Kontrast.» Die Ingredienzen sind von bester Qualität; so verwendete Micotti etwa Bergamotte und Mandarine aus biologischem Anbau in Italien.

Blechschmidt gefällt sein erstes Parfüm «ausserordentlich». Er habe sich von Beginn weg von Micotti «verstanden» gefühlt. «Meine Wünsche wurden erkannt und perfekt umgesetzt.» Der Duft sollte die typischen Wesenszüge der Kundinnen Blechschmidts widerspiegeln: starke, selbstbewusste, auch eigenwillige Frauen mit einer feminin-verführerischen, fast schon zerbrechlichen Seite. Daraufhin tüftelte Micotti monatelang die Kombination verschiedenster Ingredienzen aus, bevor er Blechschmidt zum Schnuppertest lud. «Seine Wahl fiel schnell auf diese bestimmte Komposition», erzählt Micotti.

Beschränkte Stückzahl

Getauft hat Blechschmidt den Unisex-Duft, der im schlichten und emaillierten Flakon daher kommt, «Alcina». Das ist der Name einer Oper von Händel, die von einer Frau handelt, die Männer nach Lust und Laune verzaubert. Nun hoffe er, so Blechschmidt, dass sich auch seine Kundinnen von dem Parfüm verzaubern liessen. Er lanciert es kommende Woche anlässlich der Präsentation seiner Herbst-/Winterkollektion in den Räumen des Möbelhauses Roesch im Gundeli. Und ja, er sei sehr aufgeregt, «auch ein wenig stolz, ja», sagt Blechschmidt. Vor allem aber gespannt darauf, wie «Alcina» ankommen werde. Die Stückzahl ist auf 300 beschränkt, zu je 245 Franken.

Es sei eine wunderbar inspirierende Erfahrung gewesen, einen Duft zu kreieren, sagt Blechschmidt rückblickend. «Dieses neue Element in der Kollektion hat mich beim Entwerfen beflügelt.» Je nach dem, wie gut «Alcina» bei der Kundschaft ankomme, könne er sich durchaus eine weitere Zusammenarbeit mit Micotti vorstellen.