Robert Labhardt ist ein Weitgereister in Sachen Basler Geschichte. Eigentlich ein Langstreckenläufer. Der pensionierte Geschichtslehrer präsidiert den Verein Basler Geschichte und hat massgeblichen Anteil daran, dass die Vergangenheit der Stadt neu geschrieben wird. 2016 beschlossen Regierung und Grosser Rat nach einem mehrere Jahre dauernden Kampf, das Projekt Stadt.Geschichte.Basel mit sechs Millionen Franken zu unterstützen.

Das war der Startschuss für ein gross angelegtes Projekt, welches derzeit zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigt und in ein paar Jahren in der Publikation von neun Bänden kulminieren soll.

Robert Labhardts Anteil daran? Er hat mit «seinem» Verein über Jahre wichtige Lobbying-Arbeit gemacht und gesellschaftlichen Druck auf die Politik ausgeübt. «Wir machten viel Überzeugungsarbeit, traten in Vereinen und Parteien auf, sprachen mit Wirtschaftsvertretern und bezogen sie in die Diskussion ein, wie für die Finanzierung des Projekts vorgegangen werden könne», sagen Labhardt und Antonia Schmidlin, Geschichtslehrerin und Vorstandsmitglied im Verein, gegenüber der bz.

Sie beide erachten das gesellschaftliche Umfeld für ein so grosses Generationenprojekt als günstig: Öffentliche Aktionen wie die Denkmaltage, Museumsnächte, Vernissagen am Historischen Museum, Stadtführungen, aber auch die Zustimmung zum Neubau des Staatsarchivs mit dem Naturhistorischen Museum liessen auf eine gesteigerte Sensibilität für die Geschichte der Stadt schliessen.

Stadtgeschichte als Spiegel der Weltgeschichte

Im rasenden Entwicklungstempo, das diese Stadt derzeit durchläuft, sei eine Beschäftigung mit der Geschichte besonders nötig: «Je schneller Entwicklungen sich durchsetzen, desto dringender ist die Vergewisserung, in welchen grösseren Zusammenhängen sie stehen.» Robert Labhardt und Antonia Schmidlin erachten es entsprechend als «nötig und spannend», Basels reichhaltige Geschichte der Öffentlichkeit in attraktiver, umfassender Form zugänglich zu machen. Unter anderem mit der heute startenden Serie in der bz.

«Basels Geschichte», so Robert Labhardt, «liegt vor der Haustür, wartet auf Entdeckungen.» Sie sei «zugleich Spiegel der Weltgeschichte und ein immenses Feld lokaler Erfahrungen in Alltag, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik.»