Lichterfest

Basels Juden feiern Chanukka auf dem Marktpatz

Auf dem Marktplatz entzündet der Rabbiner Zalmen Wishedski den neunarmigen Leuchter.

Auf dem Marktplatz entzündet der Rabbiner Zalmen Wishedski den neunarmigen Leuchter.

Mit einem Riesen-Leuchter, einer Rede von Joël Thüring und Gratisberlinern zelebrierte Basels jüdische Gemeinschaft gestern das Lichterfest Chanukka auf dem Marktplatz.

Rund 400 Menschen kamen gestern auf dem Marktplatz zusammen, um gemeinsam Chanukka zu feiern. Über allem thronte ein rund fünf Meter hoher und zweieinhalb Meter breiter Leuchter mit neun Armen, aufgestellt von Chabad, der grössten jüdischen Organisation der Welt. Ein Feuerkünstler, Musik, Gesang und Tanz sowie kostenlose Berliner sorgten für eine fröhliche Stimmung. Vor allem die zahlreich erschienenen Kinder hatten ihren Spass – einem Clown, der Seifenblasen machte, sei Dank.

Als Statthalter des Grossen Rats wandte sich Joël Thüring (SVP) in einer Rede an die jüdische Gemeinde. Er sprach davon, dass das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen nicht selbstverständlich sei. Es müsse darum immer wieder und gegenseitig gepflegt werden. Auch auf die Verbundenheit des jüdischen und des christlichen Glaubens wies Thüring hin. Ausserdem thematisierte Thüring den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin und betonte, dass solche Aktionen nicht toleriert werden dürfen. Ob die Polizei das Fest nach dem Anschlag in Berlin mit einem grösseren Aufgebot begleitet hat, wollte Sprecher Martin Schütz gestern nicht sagen. Dem Chabad-Direktor, Rabbiner Zalmen Wishedski, waren keine verstärkten Sicherheitsmassnahmen bekannt. Vor Ort schien die Polizei-Präsenz nicht grösser als gewohnt.

Chanukka ist das jüdische Lichterfest und dauert acht Tage. Es fällt jeweils in den Zeitraum um Jahresende, heuer dauert es vom 25. Dezember bis zum 1. Januar. An einem geschwungenen Leuchter mit neun Armen wird jeden Tag eine Kerze entzündet (die neunte ist die Diener-Kerze, mit der man die anderen entzündet). Dass die Christen gleichzeitig Weihnachten feiern, ist Zufall, die Feiern haben keinen gemeinsamen Ursprung.

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