Das «Offizielle Brysdrummle und -Pfyffe» endete mit einer Sensation. Zum ersten Mal gab es einen doppelten Trommelkönig in der Einzelkonkurrenz. Der 14-jährige Maurice Weiss von den Rätz gewinnt sowohl bei den Jungen wie bei den Alten und ist somit der jüngste Basler Trommelkönig aller Zeiten.

Aber der Reihe nach: Es gibt genügend Veranstaltungen, die sich unnötig in die Länge ziehen. Events, bei denen die Besucher ihrem Natel mehr Aufmerksamkeit widmen als dem eigentlichen Geschehen. Beim Offiziellen Basler Brysdrummle und -Pfyffe ist hingegen das genaue Gegenteil der Fall, wie am Samstag im Stadtcasino zu beobachten war.

Nach halb elf auf Zielgerade

Es ist bereits nach halb elf, als der Anlass, der am frühen Nachmittag mit der Konkurrenz der Jungen angefangen hat, auf die Zielgerade einbiegt. Die letzten Gmischti geben ihre Märsche zum Besten, danach stehen noch ein Dutzend Solo-Duo-Auftritte auf dem Programm. Ermüdungserscheinungen sind weder beim Publikum noch bei der Jury auszumachen.

Der grosse Festsaal platzt aus allen Nähten, es sind über 700 Menschen, die gebannt auf die Bühne blicken. Den meisten Zuschauern merkt man an, dass sie selbst Dambuure und Pfyffer in einer Clique sind. Kaum ertönt die erste Note eines Marschs, werden die Musikstücke im Geiste mitgespielt.

Während für den Laien alles fehlerfrei tönt, bemerken die «Experten» unter den Zuschauern sämtliche Feinheiten und Nuancen, die auch den Juroren nicht verborgen bleiben. «Die vorherige Version vom ‹Ueli› war leiser und feiner, die hat mir besser gefallen», sagt ein junger Mann zu seinem Kollegen, der zustimmend mit dem Kopf nickt.

Vor dem grossen Festsaal, im Foyer des 2. Stocks, geht es deutlich lauter zu. Wer der Hitze im Saal kurz entkommen will, deckt sich hier an der Pausenbar mit Essen und Getränken ein. An den beiden Eingängen sorgen jeweils zwei Männer dafür, dass die Türen nur zwischen den Musikstücken aufgehen. Schliesslich soll das feine Gehör der Juroren nicht durch den Lärm von draussen abgelenkt werden.

Ein paar Meter weiter rechts ist der Eingang zur Küche. «Hier werden seit dem Nachmittag Brote geschmiert. Ausserdem gibt es hier die besten Frikadellen der ganzen Stadt», erzählt René Häfliger vom OK. «Hier müssen auch die Formationen durch, wenn sie auf die Bühne gehen.» Neben dem Bühneneingang sind auch OK-Präsident Daniel Varni und Henri Gassler, der sich die Moderation mit Roman Meier teilt, kurz anzutreffen.

Siegerehrung nach Mitternacht

Es ist bereits nach Mitternacht, als die Siegerehrung beginnt und neben den anderen Gewinnern die Sensation des jüngsten Basler Trommelkönigs aller Zeiten bekannt wird.

Der OK-Präsident von den Basler Bebbi, die mit den anderen Männercliquen Alti Steinlemer, Märtplatz und Olympia den Anlass auf die Beine gestellt haben, darf am Ende ein positives Fazit ziehen. Es sei nicht einfach gewesen, das Offizielle nach Grossbasel zu holen (das Volkshaus war an diesem Tag anderweitig besetzt), «doch die Leute haben positiv auf die neue Location reagiert». Bevor es zur After Party in den Steinlemer-Käller geht, könnte Daniel Varni nicht glücklicher sein. «Die Zusammenarbeit mit dem OK, die Freude in den Gesichtern der Leute, das hohe musikalische Niveau – besser hätte es nicht laufen können!»

Ranglisten: www.offiziells.ch