Schifffahrt
Basels kleine Rheinflotte – ein grosses Stück Stadtgeschichte

Die vielen internationalen Transportkähne prägen das Bild des Rheins – doch es gibt auch heimische Schiffe. Seien es die vier Fähren, das 600 PS starke Polizeiboot oder die Personentransport-Schiffe.

Elia Diehl
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Die Klingentalfähre «Vogel Gryff» fährt seit 151 Jahren, derzeit als geschmückte und beleuchtete Weihnachtsfähre. 2012 musste das alte Holzboot ersetzt werden.Nicole Nars-Zimmer
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Das Zoll- und Grenzwachboot überwacht und kontrolliert 365 Tage im Jahr Hafen und Schiffe.ZVG
Seit 2012 hat die Polizei ein neues Schnellboot. «Basilea 2» prescht mit 600 PS über das Wasser und ist das schnellste Boot auf dem Rhein.niz
Seit 1980 sorgt die MS «Baslerdybli» für nostalgisches Flair.ZVG
Die restaurierte MS «Christoph Merian» bietet 500 Passagieren Platz. Es ist das grösste Schiff der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft. Ken
Basels kleine Rheinflotte

Die Klingentalfähre «Vogel Gryff» fährt seit 151 Jahren, derzeit als geschmückte und beleuchtete Weihnachtsfähre. 2012 musste das alte Holzboot ersetzt werden.Nicole Nars-Zimmer

Nicole Nars-Zimmer niz

Der Rhein verbindet Basel und die Schweiz mit der Nordsee und damit mit der grossen, weiten Welt. Mehr als ein Zehntel aller Importgüter kommen per Schiffsweg und über die Schweizerischen Rheinhäfen in Muttenz, Rheinfelden und Kleinhüningen. Kein Wunder, fahren täglich etliche lange Transportschiffe durch Basel.

So manches kommt aus Rotterdam. Basel ist quasi die Hansestadt der Schweiz. Aber nicht alles, was auf dem Rhein herumschifft, kommt von weither. Basel hat seine eigene kleine Rheinflotte. Doch wie sieht diese aus?

Ein Stück Basler Geschichte

Seit Montag fährt die frisch renovierte MS «Christoph Merian», das Flaggschiff der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft BPG, wieder von Rheinfelden bis nach Basel. Die 33-jährigen und nostalgischen MS «Baslerdybli» und MS «Lällekönig» gehören auch zur BPG-Flotte. Wobei Letzteres als kleinstes Schiff der BPG vermutlich 2016 durch ein neues ersetzt werden soll.

Nicht wegzudenken und viel älter sind die Basler Rheinfähren. Einst neben der Mittleren Brücke die einzige Möglichkeit, den Rhein zu überqueren, sind die vier Fähren heute eine touristische Sehenswürdigkeit und gehören zum Stadtbild wie das Münster und das Rathaus. Mit 151 Jahren ist die Klingentalfähre «Vogel Gryff» die älteste. Als erster Basler Weidling war allerdings die «Rheinmücke» im Einsatz; ab 1854 querte sie für 23 Jahre den Fluss am Harzgraben – an der Stelle, wo 1877 die Wettsteinbrücke gebaut wurde.

Flotter Flitzer der Polizei

Doch die Basler Flotte ist nicht nur alt, nostalgisch und tuckert gemächlich über den Rhein. Sie ist durchaus auch flott unterwegs. Im Mai 2012 hat die Kantonspolizei Basel-Stadt ihr topmodernes 600 PS starkes Schnellboot getauft. «Basilea 2», eines von zwei Polizeibooten, ist mit Abstand das schnellste Boot auf dem Rhein.

Ein Vorteil, um bei Notfällen rasch Hilfe zu bieten. Diese leistet auch die Basler Feuerwehr: Für die beiden Basel hat sie die zwei 30 Meter langen und je über zwei Millionen Franken teuren Feuerlöschboote «Christophorus» und «Fürio». Der Vergleich mit dem Polizeiboot zeigt: Das Löschboot hat mit 575 PS etwas weniger Antrieb – dafür sprühen die Pumpen das Wasser bis zu 90 Meter weit.

Während die Boote der Feuerwehr und der Polizei vor allem bei Notfällen und Unfällen zu sehen sind, ist das rot-weisse Boot von Zoll und Grenzwache 365 Tage im Einsatz.