Daig
Basels Mäzene sind ein Standortvorteil

Der Basler «Daig» ermöglicht Projekte, die den Standort Basel aufwerten, ohne den Staatssäckel zu belasten. Das Lieblingsobjekt der monetären Zuwendung ist nach wie vor der Zolli.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Für die Anhänger des Ozeaniums ist das eine gigantische Nachricht: Ein anonymer Spender unterstützt das Riesenbecken mit 30 Millionen Franken.

Für die Anhänger des Ozeaniums ist das eine gigantische Nachricht: Ein anonymer Spender unterstützt das Riesenbecken mit 30 Millionen Franken.

Zoo Basel

Wenn in Basel auf eines Verlass ist, dann auf die Grosszügigkeit des «Daigs». Insbesondere wenn es um kulturelle Institutionen wie das Schauspielhaus, das Theater oder das Kunstmuseum geht, sitzen die Millionen bei Basels Geldadel locker. Und ermöglichen so Projekte, die den Standort Basel aufwerten, ohne den Staatssäckel zu belasten.

Das Lieblingsobjekt der monetären Zuwendung ist aber nach wie vor der Zolli. Das Ozeanium wird – wie schon das neue Affenhaus oder die Elefantenanlage – dank Spenden gebaut. Und diese erfolgen in den allermeisten Fällen anonym. Das macht sie irgendwie noch ein wenig sympathischer. Hier will sich niemand ein Denkmal bauen, seinen Namen in güldenen Lettern an einem prunkvollen Bauwerk stehen sehen. «Me git, aber me sait nyt» scheint nach wie vor seine Gültigkeit zu haben.

Nun kann man natürlich einmal mehr lamentieren, das Geld fliesse an «nice to have»- und nicht an «must have»-Institutionen. Aber seien wir einmal ehrlich, wollen wir ernsthaft, dass ein Pharma-Erbe die Kantonsschulden begleicht, anstatt seine Millionen in den Zolli fliessen zu lassen? Nein. Die privaten Geldgeber ermöglichen Dinge, die sich der Staat nicht leisten kann oder will. Oder soll. Dass das in Basel nach wie vor funktioniert, trotz Neidgesellschaft und permanentem Gemaule über «die da oben» ist äusserst erfreulich. Es sollte aber nicht dazu führen, dass man Dinge baut, deren Betrieb man am Ende nicht finanzieren kann. Und schon gar nicht dazu, dass der Staat seine kulturelle Verantwortung noch stärker den Privaten überlässt.