Bierdosen in Sandkästen, Abfallberge auf der Wiese und abgebrannte Rasenflächen. Ein Anblick, dem sich die Mitarbeiter der Basler Stadtgärtnerei jeden Morgen nach einer lauen Sommernacht stellen müssen. Denn dieser Tage gibt es für die Baslerinnen und Basler wohl nichts Schöneres, als es sich in einem Park mit Freunden gemütlich zu machen, spontane Partys zu feiern, zu Abend zu essen.

In Parks staut sich der Müll

In Parks staut sich der Müll

Einige Parkbenutzer lassen nach dem Grillschmaus ihren Abfall aber dort liegen, wo er gerade hinfällt. Die Abfallmenge steige stetig an, betonte Yvonne Aellen, Leiterin der Abteilung Grünflächenunterhalt, vor den Medien.

Die Brandschäden auf den Wiesen, für die meist Einweggrills verantwortlich sind, werden zum grössten Problem der Stadtgärtnerei. Grillschalen sollten nämlich einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zum Boden aufweisen - was bei Einweggrills nicht der Fall ist. Heinz Schindler, Leiter Kreis West der Abteilung Grünflächenunterhalt, erklärt, Brandflecken liessen sich kaum reparieren.

Im St. Johanns-Park liegen derzeit gegen 80 solcher Schäden vor. Er rechnet aus, die Reparatur der wöchentlich rund 50 verursachten Brandlöcher in den 50 Basler Parks würde jährlich rund 150'000 Franken kosten. «Dafür haben wir keine Ressourcen.» Am Meisten wird neben dem St. Johanns-Park im Kannenfeld-, im Schützenmatt- oder im Elisabethenpark grilliert.

Mehr Brandnarben als sonst

Um eine Brandnarbe zu beheben, benötigt man ungefähr eine halbe Stunde. Im St. Johanns-Park haben sich am Mittwochmorgen zwei Arbeiter der Stadtgärtnerei einer solchen angenommen und mit einer Rasensode bedeckt. Dieses Loch muss entstanden sein, weil Grill-Freunde einen Holzblock angezündet haben. Diesen Sommer sei die Anzahl an Brandnarben hoch, führt Schindler aus. «Das hängt möglicherweise mit dem schlechten Frühling zusammen. Jetzt gehen alle Leute nachts raus.»

Eine Lösung gegen das tägliche Kampf-Grillen wäre, in den Parks einen grossen Grill für jedermann zu installieren. Aber: «Je mehr Grillangebote es gibt, umso mehr wird das Grillieren gefördert», erklärt Aellen. «Wir wollen, dass der Park für verschiedene Freizeitbeschäftigungen gebraucht wird. Wir wollen die Nutzung nicht in eine Richtung steuern.»

Neben dem Grill-Problem hat die Stadtgärtnerei auch mit dem achtlosen Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen jeden Tag zu kämpfen. Extra für die Medien haben sie am Mittwoch Müll, der im St. Johanns-Park innerhalb einer Woche zusammengesammelt wurde, zu einem Abfallberg getürmt. Im Sommer entspricht die wöchentliche Abfallmenge aus allen 50 Parkanlagen etwa 500 Kubikmetern. Heute beanspruchen die Parkreinigungen zehn Prozent, also rund 1,3 Millionen Franken des Unterhaltsbudgets, sagt Aellen.

Seiltanzen kann Baum beschädigen

Ein weiterer Boom in den Basler Parks gehört «Slacklining». Ein Band wird zwischen zwei Bäume gespannt und darauf balanciert. Durch das an den Baumstämmen befestigte Band können die Rinde und vor allem die darunter liegenden empfindlichen Gewebe des Baumes verletzt werden. Im schlimmsten Fall kann der Baum absterben. Um das zu verhindern, suche man das Gespräch mit der «Szene», sagt Aellen. «Andere Städte haben ‹Slacklining› verboten. Das wollen wir nicht.» Bisher seien noch keine Schäden entstanden.