Die Regie ist perfekt: Wie die 14. Basler Museumsnacht im Museum für Gegenwartskunst den Medien präsentiert worden ist, hat Symbolcharakter. Die Organisatoren, Philippe Bischof, Leiter der Abteilung Kultur Basel-Stadt, und Kunstmuseumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi präsentieren das reiche Programm vor Robert Gobers Installation «Split Wall with Drains».

Die beiden Türdurchgänge im «Wall» leiten unseren Blick auf Frank Stellas grosses Gemälde «Morro Castle» dahinter: ein blauschwarzes Nachtbild mit labyrinthischen, geometrischen Linien. Das Auge des Betrachters wird in die Tiefenstruktur des Nachtblau hineingezogen und begibt sich in der abstrakten Landschaft auf Entdeckungsreise.

Die Vielfalt des Museumsangebots

Genau dazu lädt die Museumsnacht ein: Auf eine Entdeckungsreise – nicht allein durch ein Bild – sondern vielmehr durch die gesamte Museumslandschaft der trinationalen Region. 42 Institutionen präsentieren das Museumsangebot in seiner immensen Vielfalt. Es sei der einzigartige Anlass, an dem alle Museen gemeinsam eine Nacht gestalten, lobte Bischof.

Die Museen bieten Entdeckungen, Kultur-Erfahrungen und Unterhaltung, wie es Eva Keller, Leiterin Museumspolitik, formuliert. Es gibt in der Nacht nach der Vollmondnacht von 18 bis 2 Uhr Führungen, Workshops, Konzerte, Theater, Speis und Trank und vieles anderes. Shuttlebusse führen die Besucher von Museum zu Museum und den anderen mitwirkenden Institutionen.

Die Entdeckungsreise kann zum Beispiel im Kunstmuseum beginnen: Es lädt im Zusammenhang mit der Ausstellung «Piet Mondrian, Barnett Newman, Dan Flavin» zum «Mondrian Boogie-Woogie ein», zu Crashkursen und Tanzshows mit «The Tickle Toe Hep Cats». Wie Bürgi erzählt, entdeckte Piet Mondrian, der sich schon in Paris für den frühen Jazz begeistert hatte, 1940 in New York den Boogie-Woogie. Dessen hohes Tempo charakterisierte für ihn die Welt der modernen Grossstadt.

Zugleich kann man das St. Petersburg des Basler Malers Christoph Miville besuchen, und man erhält Einblick in das Restaurierungsatelier im Kupferstichkabinett. Die Museumsnacht, betont Bürgi, biete die einmalige Gelegenheit, sich in allen Aufgabenbereichen zu präsentieren: Kunst sammeln, erforschen, ausstellen und vermitteln.

Die Reise kann weitergehen ins Museum für Gegenwartskunst, wo der Künstler Michael Beutler eine Installation kreiert. Im Münster erzählen Ensembles des Sinfonieorchesters Basel musikalische Geschichten. Das Cartoonmuseum führt zeichnend in die Welt von Tim und Struppi.

Im Historischen Museum kann man sich als Ritter üben, im Musikmuseum rockt Bettina Schelker und rappt Black Tiger. In der Fondation Beyeler können Besucher erfahren, wie von ihnen Porträts entstehen. Zugleich führt die Reise über die Landesgrenzen hinaus. Zum Beispiel nach St. Louis zum musikalischen Spaziergang durch die Kunstsammlung der Fondation Fernet-Branca .

Bewegte Museumslandschaft

Eva Keller bezeichnet die Museumsnacht als «attraktives Schaufenster für die Museen der Region». Erfolg hatte sie bereits mit der ersten Ausgabe 2001. Damals kamen 20'000 Besucherinnen und Besucher. Nun sind es 30'000. Zu Beginn machten 20 Institutionen mit, heute sind es 42.

Die kommenden Museumsnächte stehen im Zeichen von Erneuerungen und Jubiläen. 2015 folgt die 15. Ausgabe. 2016 steht die Eröffnung des renovierten Kunstmuseums und des Erweiterungsbaus an. 2016 feiert das Museum Tinguely den 20. Geburtstag, ein Jahr später folgt die Fondation Beyeler. Bischof merkt an: «Die Museumslandschaft bewegt sich.»

Details: www.museumsnacht.ch