Noch macht er einen trostlosen Eindruck, der alte Holzpavillon auf der Stadt-Seite des Birsköpfli. Gitter versperren den Zugang, in den weissen Festzelten hängen Girlanden mit Schweizerfähnchen über leeren Festbänken. Dies Bild ist bald Vergangenheit: Im nächsten Frühling soll hier ein neuer, lebendiger Treffpunkt des Breite-Quartiers entstehen.

Gestern wurden die künftigen Pächter des Parkpavillons vorgestellt. Das Betreiber-Trio heisst Pascal Moor, Gabriel Pellicano und Thomas Gander. Alle drei wohnen selbst seit vielen Jahren im Breite-Quartier, in dem gemütliche Cafés und Restaurants dünn gesät sind. Ihre Nähe zum Ort war ausschlaggebend für die Wahl der Kommission: Drei, die mit den Bedürfnissen der Anwohner bestens vertraut sind.

Stärkere Alters-Durchmischung

Das Birsköpfli habe grosses Potenzial, meint Pascal Moor, der sich um das kulturelle Programm im neuen Pavillon kümmern wird. Besonders Erwachsene sollen vom neuen Konzept angesprochen werden, denn auf dem Rasen tummelt sich abends vor allem die Jugend. «Wir wünschen uns, dass auch ein älteres Publikum sich hier am Abend aufhalten kann. Wir bieten ein Ambiente mit südländischem Flair und punktuell auch ein kulturelles Angebot.»

Und nicht nur äusserlich soll der Pavillon mehr Ferienidylle ausstrahlen: Mediterrane Menüs, Antipasti und italienischer Wein werden künftig angeboten. Für den Delikatessenhändler Gabriel Pellicano geht damit ein Traum in Erfüllung: «Ich selbst bin in einem Laden in der Breite aufgewachsen und das Quartier liegt mir sehr am Herzen. Ich setze mich schon lange für so etwas ein, denn die Nachfrage ist wirklich da.» Dem pflichtet auch Klaus Wetzel, Präsident des neutralen Quartiervereins Breite-Lehenmatt, bei und steht hinter der Wahl der neuen Betreiber: «Es ist ideal, dass die Betreiber direkt aus dem Quartier kommen und jüngere Leute sind, die ganz anders an diese Aufgabe rangehen.»

Damit meint Wetzel auch einen anderen Umgang mit dem Konfliktpotenzial auf dem Birsköpfli. Dieses wurde dem früheren Pächter nämlich zu viel. Die neuen Betreiber sollen künftig eine Vermittlerrolle zwischen Besuchern und Behörden einnehmen. Mit Thomas Gander, der durch seine Fanarbeit beim FCB bereits viel Erfahrung im Bereich Konfliktmanagement mitbringt, dürfte da eine qualifizierte Person am Werk sein.

Status: unproblematisch

Die Allmendverwaltung hat gemeinsam mit der Christoph-Merian-Stiftung eine Nutzungsstudie initiiert, um die Situation auf dem Birsköpfli zu beurteilen. Diese sei unproblematisch, sagen die Resultate. Vor allem Littering sei ein Problem, weniger die Jugendlichen, die dort oft Partys feiern. Verändert wird deshalb nur wenig: Ein neues öffentliches WC und grössere Abfalleimer sollen Basels Sommerwiese aufwerten.