Coronavirus
Basler Alters- und Pflegeheime fordern Schnelltests – diese sollten ab Februar verfügbar sein

Mitarbeiter und vielleicht auch bald Besucher der Alters- und Pflegeheimen in Basel sollen bald auf Corona getestet werden, um Ausbrüche zu verhindern.

Jonas Hoskyn
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Mit Corona-Schnelltests sollen künftig Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen besser verhindert werden.

Mit Corona-Schnelltests sollen künftig Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen besser verhindert werden.

Keystone (13.1.2021

Es war eine Tragödie mit Ansage: Aus Ländern wie Schweden oder Grossbritannien war hinlänglich bekannt, was passiert, wenn das Coronavirus in Alters- und Pflegeheimen um sich greift. Doch trotzdem häuften sich Ende des vergangenen Jahres während der zweiten Welle auch hierzulande in diesen Institutionen die Todesfälle unter den Bewohnerinnen und Bewohnern. Über die Hälfte der im Zusammenhang mit Covid-19 verstorbenen Personen in der Schweiz lebte in einem Heim – im Baselbiet sogar 80 Prozent.

Anfang Jahr führte der Kanton deshalb als erster Massentests für die Pflegemitarbeitenden ein. An einem Wochenende wurden 1300 Personen auf freiwilliger Ebene getestet, weitere sogenannte PCR-Tests sollen im Zwei-Wochen-Rhythmus durchgeführt werden.

Einführung per Anfang Februar geplant

Recherchen der bz zeigen: Künftig plant auch der Kanton Basel-Stadt flächendeckend freiwillige Tests in den Alters- und Pflegeheimen. Kantonsarzt Thomas Steffen bestätigte: «Wir erachten diese Massnahme als sinnvollen weiteren Schritt zum Schutz der Alters- und Pflegeheime und planen gegenwärtig die Einführung für Anfang Februar.»

Veronica Schaller, Curaviva Basel-Stadt

Wir haben aktuell rückläufige Zahlen. Das wollen wir unter keinen Umständen gefährden.

Für die Alters- und Pflegeheime drängt die Zeit. In wenigen Wochen dürfte der Grossteil der Bewohnerinnen und Bewohnern geimpft sein. Die Angst ist gross, dass es gerade jetzt auf der Zielgeraden wieder zu Ausbrüchen kommen könnte. «Wir haben aktuell rückläufige Zahlen. Das wollen wir unter keinen Umständen gefährden», sagt Veronica Schaller. Die frühere SP-Gesundheitsdirektorin ist Präsidentin des Basler Branchenverbands Curaviva. «Es ist extrem wichtig, dass man regelmässige Schnelltests bei den Mitarbeitenden durchführen kann.» Künftig könnte sich Schaller auch vorstellen, dass man Besucherinnen und Besuchern einen Schnelltest anbieten könnte.

Schnelle und angenehme oder lieber sichere Tests?

Einige Basler Heime haben auch bereits selber angefangen, mit zusätzlichen Tests für die Mitarbeitenden das Risiko eines weiteren Ausbruchs zu senken. Zudem hat die kantonale Expertenkommission Langzeitpflege im Namen der Heime einen Brief an Engelberger verfasst und ihn um Unterstützung gebeten.

So soll etwa sichergestellt werden, dass die Institutionen nicht auf den Kosten sitzen bleiben: Ein Schnelltest schlägt mit rund 50 Franken zu Buche, der sicherere PCR-Test kostet gar das Doppelte. «Aktuell werden die Kosten bei Personen ohne Symptome nicht übernommen», sagt Klaus Bally, Präsident der Expertenkommission Langzeitpflege. Kantonsweit soll nun ein einheitliches Vorgehen eingeführt werden. Nicht zuletzt, weil die Tests jede Menge Bürokratie nach sich ziehen.

Allerdings sind noch mehrere Punkte nicht geklärt

So stellt sich die Frage, welche Sorte Test am geeignetsten wäre: Die PCR-Tests, wie sie im Baselbiet durchgeführt werden, haben die höchste Trefferquote. Allerdings liegen die Resultate erst nach einem Tag vor. Und auch bei den Schnelltests gibt es Unterschiede: Einerseits diejenigen, bei denen wie beim PCR-Test ein Rachenabstrich durchgeführt wird – was von vielen als unangenehm empfunden wird.

Mittlerweile gibt es auch einen Speichel-Schnelltest, allerdings gilt dieser im Vergleich als weniger verlässlich. Auch ist noch nicht geregelt, wie oft die Mitarbeitenden getestet werden sollen. Aus den Heimen ist zu hören, dass der Zwei-Wochen-Rhythmus wie im Baselland klar zu wenig wäre, sinnvoll seien eher zwei Tests pro Woche.