Tagxy
Basler App-Entwickler stellen ihr Projekt im Silicon Valley vor

Die Basler Jungunternehmer Jonas Schwarz und Fredrik Gundelsweiler haben eine Augmented Reality App entwickelt, mit der sich Standorte virtuell markieren und kommentieren lassen. In San Francisco stellen sie ihr Pojekt verschiedenen IT Grössen vor.

Michel Zumoberhaus
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Jonas Schwarz (Mitte) mit Fredrik Gundelsweiler (rechts) und Simon Lützelschwab, ehemaliger Senior Software Engineer und Berater bei Google.

Jonas Schwarz (Mitte) mit Fredrik Gundelsweiler (rechts) und Simon Lützelschwab, ehemaliger Senior Software Engineer und Berater bei Google.

San Francisco, Kalifornien. Silicon Valley ist eine der bedeutendsten Standorte der IT Branche. Mittendrin, befinden sich zurzeit zwei Gründer eines Basler Start Up Unternehmens – ganz auf sich alleine gestellt. Jungunternehmer Jonas Schwarz, CEO von Tagxy (siehe Infobox) mit Mitgründer Fredrik Gundelsweiler. Auf den Strassen von San Francisco werden von den beiden fleissig Standorte virtuell markiert und kommentiert, was ein Blick auf die Karte der Tagxy App verrät. Zu sehen sind Orte wie deren Residenz im Mission District, verschiedene besuchte Restaurants und Cafés aber auch Sitzungen bei verschiedenen Internetunternehmen. «Wir möchten hier herausfinden, ob unsere Augmented Reality App gefragt ist, ob das was wir tun die einzigartigen Ausprägungen hat, welche wir behaupten», so Schwarz.

Seit knapp zwei Wochen nehmen die beiden an Veranstaltungen teil und stellen sich verschiedenen IT Grössen wie Yelp oder Google vor. Der Aufenthalt sei nicht primär darauf ausgerichtet, sich lediglich auf die Suche nach Investoren zu machen, sondern den amerikanischen Markt erstmals zu spüren und von langjährigen IT Spezialisten sowie anderen Start Ups zu lernen. «Awesome» und weitere Komplimente bekämen sie sehr schnell zu hören. Doch Vorsicht vor überstürzter Begeisterung. «Ein tolles Feedback ist nicht so schwer zu erhalten. Jedoch einzuschätzen, was es wirklich bedeutet, das ist eine Kunst», warnt Schwarz vor verfrühter Euphorie. Ob dieser Eindruck auch nachhaltig anhält oder es doch nur ein oberflächlich, höflich geführter Small Talk war, wird sich im Laufe der nächsten Wochen und Monaten herausstellen. Wobei interessante Optionen in Amerika Fuss zu fassen gemäss Schwarz bereits offen stehen würden. Um diesen Schritt zu wagen, müsse aber noch einiges getan werden.

Tagxy

Mit der Augmented Reality App Tagxy kann der Nutzer verschiedene Objekte mit der Kamera scannen, während das GPS und der Kompass für die Positionsbestimmung sorgen. Augmented Reality bedeutet so viel wie «Erweiterte Wirklichkeit». Die Handykamera ermöglicht den Blick in diese erweiterte Realität. Dadurch können beispielsweise Restaurants lokalisiert oder markiert werden. Die Nutzer können mit der App ihr Wissen aus ihrer Stadt mit anderen teilen. Zusätzlich können diese Tags geliked und kommentiert werden. Die App ist über den iTunes-Store weltweit für alle Apple-User kostenlos erhältlich. Eine Android Version ist ebenfalls verfügbar, wobei die Entwickler dort noch ein Update in Planung haben.

Zwischen Vision und Realität

Das Team geht zu den potenziellen Geschäftspartnern mit der Einstellung Probleme anzugehen und sich Lösungen zu erarbeiten. «Wir möchten die digitalen Informationen dieser Welt in der realen Welt verfügbar machen, um uns allen in unserem alltäglichen Leben Vorteile zu verschaffen», so Schwarz. Das klingt noch nach einer Vision, wie er auch selbst zugibt. Trotzdem können auf diesem beschwerlichen Weg grundlegende Fragen geklärt werden. Wie kann Tagxy wachsen und die begrenzten Ressourcen optimal gebrauchen? Was für Fähigkeiten müssen an Bord geholt worden? Wo liegen die Schwächen? Diese und viele weitere Fragen gilt es zu lösen, um der Vision einen Schritt näher zu kommen.

Für den Aufenthalt steuert Swissnex, die Innovationsförderung des Bundes in San Francisco, wovon sie auch vom Netzwerk profitieren, einen relevanten Betrag. Damit wären fast alle Kosten gedeckt. Trotzdem gäbe es finanziell nicht immer rosige Zeiten. Da müssen die Unternehmer schon mal untendurch, weil oft Zeit und Geld investiert werden müssen. «Es ist nicht so, dass wir noch nie einen sechsstelligen Umsatz gemacht haben. Dieser Umsatz fliesst aber meist sofort zurück als Investition», erklärt Schwarz.

Die Nutzer der Tagxy App befinden sich im vierstelligen Bereich. «Man muss hier schon deutlich sagen, dass Nutzer haben nicht gleich Nutzeraktivität ist», so Schwarz. Da würden sie dieselben Erfahrungen machen, wie das Online Bewertungsportal Yelp. Das bedeutet, dass Tausende die App runtergeladen haben. Nur wenige jedoch diese regelmässig nutzen.

Attraktiver Standort Basel

Basel weckt mit den Museen, Messen und vielen Geschäften Begehrlichkeiten. Mit der Pro Innerstadt konnte das Tagxy Team bereits eine Kooperation eingehen. «Basel ist wunderbar und es gibt vieles zu entdecken. Schön wäre, wenn wir all diese tollen Spots uns gegenseitig verfügbar machen würden.»

Morgen treten die beiden die Reise nach Hause an, wo der dritte Gründer Stéphane Gay-Lang die Stellung hält. Den «San Francisco Speed» möchten sie mit nach Basel nehmen.

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