Studenten des Fachbereichs Klassische Archäologie der Universität Basel haben in der süditalienischen Region Kalabrien zwei Kriegsgräber aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Darin befanden sich laut Mitteilung der Universität einzigartige Waffen und Gefässbeigaben.

Spektakuläres Eisenschwert

Seit 2009 besuchen die Basler Archäologen jedes Jahr die Gräberanlage in Francavilla Marittima. Bei der vom Schweizer Nationalfonds mitfinanzierten Grabungskampagne fanden sie bisher vor allem Gräber von Frauen und Kindern. Bei den diesjährigen, sechs Wochen dauernden Grabungen aber legten sie die Ruhestätten von zwei reichen Kriegern frei.

Einer der beiden Männer sei mit einem aussergewöhnlichen Eisenschwert ausgerüstet gewesen. Gemäss den Forschern handelt es sich um einen spektakulären Fund, da bisher in der ganzen Grabanlage noch kein vergleichbares Stück gefunden worden sei. Der zweite Krieger verfügte über eine gut erhaltene Lanze, ein Kurzschwert sowie eine eiserne Axt. Ebenfalls im Grab enthalten waren Gefässbeigaben.

Gab es Krieg?

Die Archäologen vermuten, dass der heutige Fundort früher ein wichtiger Kontaktort von Einheimischen und griechischen Seefahrern und Händlern war. Die gefundenen Waffen würden deshalb die Frage aufwerfen, ob es damals zu bewaffneten Konflikten zwischen Einheimischen und Griechen gekommen ist.

In einem weiteren Grab stiessen die Basler Archäologen auf drei Bronzeanhänger in der Form von sich umarmenden menschlichen Paaren. Solche Darstellungen sind laut den Forschern ausserordentlich selten, die Konzentration in einem einzigen Grab sei sogar bislang einzigartig.