Zum vergessenen, 2000 Jahre alten Schatz, der nun 100 Jahre nach dem Ankauf in der Unibibliothek Basel wieder aufgetaucht ist, gehören rund 65 Texte in vier Sprachen, darunter Raritäten.

Die meisten der in Griechisch, Lateinisch, Koptisch und Hieratisch verfassten Schriftstücke seien Alltagsdokumente, sagt Sabine Huebner, Professorin für Alte Geschichte, in einem am Dienstag auf der Uni-Homepage publizierten Interview. Die Briefe, Verträge oder Quittungen verrieten viel über den Alltag der einfachen Leute.

Neben einem Transportvertrag für beschlagnahmte Kamele findet sich etwa auch der älteste bekannte christliche Privatbrief: Das Dokument stammt aus der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts. Einzelne Papyri hatte die Uni Basel schon Ende des 16. Jahrhunderts geschenkt bekommen, also bevor Papyri aus Ägypten in Europa bekannt wurden.

Mit Nationalfonds-Geldern soll die wiedergefundene Sammlung nun innert zweier Jahre digitalisiert, übersetzt und publiziert werden. Die anderen deutschsprachigen Unis haben ihre Sammlungen bereits so aufgearbeitet, wie Huebner festhält. Immerhin sollen dabei neue Analyseinstrumente getestet werden, etwa zur antiken Tinte.

Im Jahr 1900 war die Basler Uni eine der ersten deutschsprachigen Unis und die erste der Deutschschweiz gewesen, die sich eine Papyrussammlung zulegte. Papyrus ist eine grosse Grasart, deren Stängel-Mark in Streifen geschnitten, kreuzweise zusammengepresst und getrocknet werden kann, sodass man es beschreiben oder bemalen kann.