Der Rosstall der Kaserne ist gut gefüllt an diesem Samstag abend. Vornehmlich ziemlich junge Gäste drängen sich vor der Bühne und jubeln den auftretenden Bands zu. Soweit, so normal, doch das Besondere an diesem Abend ist die Vielfalt der Sprachen, die man zu hören kriegt. Schweizerdeutsch mischt sich mit Badener-Dialekt, die Ansagen sind auf Hochdeutsch und Französisch.

Zufall ist dies natürlich nicht: Das besondere dieses Bandwettbewerbs für unter 22 jährige ist ja gerade die Trinationalität. Je zwei Bands aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz kämpften um den Sieg. Den Weg ins Finale mussten sie sich jedoch hart erkämpfen.

Sei es wie in Deutschland über regionale Vorausscheidungen oder wie in der Schweiz über die Wettbewerbe Sprungbrett und Firewire. Danach folgten noch drei Halbfinals bis die sechs Finalisten feststanden. Es erstaunt deshalb nicht, dass die Qualität der Bands überdurchschnittlich hoch und die Erfahrung im Umgang mit dem Publikum schon ziemlich gross ist.

Trinationalität

Man vergisst jedenfalls schnell, dass der Altersdurchschnitt bei höchstens 22 Jahren liegt, wenn die Frontsängerin von «No Problem» aus dem Schwarzwald das Publikum zum Mitklatschen auffordert und mit immenser Kraft ihre rockigen Gesangslinien ins Mikrophon schmettert. Auch die Pose von Fearce überzeugt, zu klassischem Metal werfen sich die Zuschauer zum Stagediven von der Bühne und es wird heftig gebangt. Diese beiden Bands werden am Ende den zweiten und dritten Platz belegen.
Einen krassen Kontrast dazu bilden die späteren Sieger «For the Record», die mit funkigen Rhythmen und der souligen Stimme von Frontsängerin Lea ihr Programm bestreiten.

Das Festival fand dieses Jahr zum zweiten Mal als Kooperation des Jamhouse Neuenburg, Anim68 aus Riedisheim und dem Rockförderverein Basel statt. Für die Fans der Bands wurden extra Fanbusse gechartert, damit sie problemlos nach Basel und zurück gelangen konnten. Wolfgang Gerbig, Leiter des Jamhouse, wünscht sich

für die nächste Ausgabe noch mehr Unterstützung der Regierungen, um das Programm ausbauen zu können. Die Miete eines Busses sei sehr teuer. Auch kann er sich vorstellen, zwischen den Konzerten noch ein Tisch-Kicker Turnier zu veranstalten. Die Eintrittspreise sind da kaum Unterstützung, die werden mit sechs Franken bewusst tief gehalten, damit jeder und jede sich den Besuch des Tri-Bune leisten kann.

Erfolgreiche Lokalmatadoren

Als Gastgeber des diesjährigen Finales arbeitete der Rockförderverein Basel mit dem Verein Kultur push zusammen, der unter anderem auch den Pärkli Jam organisiert und womöglich auch die Nachfolgeveranstaltung des Sprungbrett übernehmen wird, das es in Zukunft nicht mehr gibt.

Damit fehlte natürlich auch eines der Qualifikationsgefässe für das Tri-Bune. Dänu Siegrist vom RFV ist aber zuversichtlich, dass bald ein Nachfolger für das Spungbrett präsentiert wird.
Für die Bands jedenfalls ist eine trinationale Plattform noch eine Stufe schwieriger und spannender, als regionale Bandcontests. Als Preis gibt es nämlich Konzerte als Support Acts in allen drei Ländern zu gewinnen. «For the Record» werden also nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden.