Der Stammverein der Basler Bebbi hat an der diesjährigen Fasnacht für Freude und Ärger gesorgt. Die Clique fiel am Cortège nicht nur mit Piccololäufen auf: Dem Zug vorneweg wurde ein Käfig gezogen, indem eine fünfköpfige Band klassische Punkrock-Stücke spielte. Dieser Auftritt unter dem Motto «Free Willy Riot» entstand aufgrund der Verhaftung der russischen Punkband Pussy Riot.

Die Folge: Nach den drey scheenschte Dääg flatterten beim Fasnachts-Comité drei Klagen herein. Obmänner beschwerten sich, sie seien gestört und die Pferde der Chaisen erschreckt worden. Eine Clique war gar der Meinung, die Band habe rechtsradikale Musik gespielt, bringen die Basler Bebbi in ihrer Mitteilung zutage.

Knapp zwei Monate nach dem Ändstraich hat die Clique vom Comité nun ihren Strafzettel erhalten. Es entzieht den Bebbi 50 Prozent der diesjährigen Subventionen. «Der Auftritt war rücksichtslos und wir wollen darauf eine Reaktion zeigen», nimmt Comité-Präsident Christoph Bürgin Stellung. Der Beitrag wird allerdings nicht auf andere Cliquen verteilt, sondern der Non-Profit-Organisation Amnesty International gespendet, die sich für die inhaftierten Aktivistinnen der «Free Pussy Riot» Gruppe engagiert, erklärt Bürgin.

Clique gratuliert dem Comité

Das Urteil sei milde ausgefallen, sagt Bebbi-Präsident Andres Rapp. «Wir haben viel Schlimmeres erwartet. Die Pussy Riot sind immerhin wegen ihres Auftritts in ein Arbeitslager gesteckt worden.» Die Bebbi gratulieren dem Comité in ihrer Stellungnahme gar für die originelle Idee.

Dass ihnen ein Teil der Subventionen gestrichen wird, stört Rapp nicht. «Wir machen nicht Fasnacht wegen des Geldes», sagt er. In der Mitteilung schreibt er: «Der Stammverein der Bebbi hofft, dass der gespendete Betrag an Amnesty Internation helfen wird, die zu Unrecht inhaftierten Pussy-Riot-Aktivistinnen sowie andere politische Gefangene aus ihrer Lage zu befreien.» Dem Comité wünschen die Bebbi zudem «mehr Mut, um in Zukunft häufiger auch kritischen Stimmen und kontroversen Sujets einen Platz an der Fasnacht zu bieten.»