Noch bevor der Problem-Bau Biozentrum wegen etlicher Verzögerungen nicht fertiggestellt ist, warnt der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) schon vor dem nächsten Debakel. Der Biomedizin-Neubau, der dereinst nach Abbruch des alten Biozentrums entstehen soll, sei bereits jetzt in Bezug auf die Qualität «massiv gefährdet», schreibt der Verein in einer Mitteilung.

Der Grund dafür sei, dass die Wettbewerbsgewinner, die Architekten «Caruso St John», von der Universität vom Projekt ausgeschlossen worden seien. «Dass die Universität, die nach einigen Angaben zuvor noch keinen grossen Bau in eigener Regie erstellt hat, nun das 200-Millionen-Projekt im Alleingang realisieren möchte, führt dazu, dass der SIA die derzeit unter vorgehaltener Hand aus Basel geäusserten Zweifel teilt, dass der Grossbau kosten- und termingerecht realisiert werden kann», wird SIA-Präsident Stefan Cadosch in der Mitteilung zitiert. Er befürchte auch, dass beim Bau in Bezug auf die bauliche Qualität Abstriche gemacht würden. «Dass die räumlich markanten Herzstücke des Gebäudes – Fassaden, Eingänge, Hallen und die öffentlich zugängliche Science-Lounge –, in der Ausführung nun die Qualität erzielen, die beabsichtigt war, ist unwahrscheinlich.»

Wiedereinsetzung gefordert

Der SIA fordere daher die Bauherrschaft dezidiert auf, «Caruso St John Architekten» zumindest mit der gestalterischen Leitung der genannten Herzstücke des Gebäudes zu beauftragen, schreibt der Verein weiter. «Um die Schweizer Architektur und Ingenieurleistungen – nicht zuletzt in Basel – beneidet man uns sogar im Ausland. In Basel wird dieser gute Ruf nun leichtfertig aufs Spiel gesetzt», mahnt Cadosch.

Der Verein habe seine Bedenken bereits bei der Universitätsleitung und dem Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt deponiert, sie seien jedoch bislang ungehört geblieben.
Auch auf Anfrage der bz schweigen Kanton und Uni bisher: Ersterer, weil er sich nicht zuständig fühlt und auf die Uni als Bauherr verweist, und Letztere, weil eine Beantwortung der bz-Fragen bis Redaktionsschluss nicht möglich sei.