In der Grossratsdebatte waren sich für einmal alle einig. Es sei zwar ein grosser Batzen, welcher der Kanton in die neue Joggelihalle steckt. Aber die Lösung, Sport und Events gleichermassen zu berücksichtigen, gefiel schliesslich allen. Ausser einigen Abwesenden drückten alle Parlamentarier auf den Ja-Knopf.

Inzwischen ist der Sport aber auf dem harten Boden der Realität angekommen. Wortwörtlich: Die bz berichtete bereits Ende Mai darüber, dass die neue Unterlage deutlich stärker auf Events ausgerichtet ist. Für Sportveranstaltungen sollte lediglich ein mobiler Boden bereitsstehen, der für die nötige gelenkschonende Dämpfung sorgt.

Weniger Sport, mehr Events

Die Zeichen mehren sich, wonach der Sport immer mehr in den Hintergrund rückt. Denn für den Breitensport steht noch kein solcher Boden bereit, wie aus einem aktuellen Bericht der Regierung hervorgeht.

Es ist die Antwort auf einen Vorstoss von SP-Grossrat Thomas Gander, die der bz vorliegt. Noch sei kein Kompromiss zwischen Aufwand und sporttechnischen Eigenschaften gefunden worden, steht darin. Die bisherigen Böden würden zu viel Zeit für Auf- und Abbau erfordern. «Damit würde ein einzelner Firmensportanlass die Halle für zwei bis drei Tage blockieren, was aus Betriebssicht nicht vertretbar ist», schreibt die Regierung.

Ausweichen auf umliegende Hallen

Sportveranstalter hatten genau dies befürchtet. Das Fazit: Wenn die Halle im Oktober aufgeht, kann noch kein Breitensport stattfinden. Vereine, Schulen, Firmen und Uni müssen deshalb auf die umliegenden Hallen ausweichen.

Es gibt noch weitere Anzeichen dafür, dass die Joggelihalle künftig eher für Konzerte und Messen reserviert sein dürfte. Die Regierung fügt ihrer Antwort an, dass sich einzelne Breitensportanlässe ökologisch und ökonomisch kaum sinnvoll in der grossen Halle durchführen liessen. «Der Energiebedarf zum Aufheizen der Arena für einen Breitensportanlass lässt sich nicht rechtfertigen, wenn dieser ebenso gut in einer der anderen Hallen durchgeführt werden könnte.»

Nutzer müssen an Miete beteiligen

Für die Regierung ist zudem denkbar, dass sich die Nutzer in Form einer Miete an der Halle beteiligen müssen. Denn: Die Lagerung eines mobilen Breitensport-Bodens kostet, und das geht «in jedem Fall» zulasten der St. Jakobshalle.

Besonders deutlich wird die Regierung bei der Frage, wie man sich das Prozedere in der Praxis vorzustellen habe. Gander fragt: «Wird nach jedem Event ohne Sportnutzung der mobile Belag wieder verlegt oder nur bei Buchung einer Sportnutzung?» Hierauf antwortet die Regierung, dass die Arena bereits jetzt «deutlich häufiger mit Events als mit Sport belegt war und sich dieses Verhältnis aufgrund der vorgenommenen Modernisierung tendenziell noch verstärken dürfte».

Badminton steht unter Druck

Das klang im Mai noch anders. Damals sagte Simon Thiriet vom zuständigen Erziehungsdepartement: «Durch den Ausbau unserer Sporthallen gehen wir eher davon aus, dass wir das Sportangebot in den nächsten Jahren ausbauen können.»

Für einen drängt die Zeit besonders. Christian Wackernagel organisiert im Februar 2019 das Badminton Swiss Open und einige Monate später auch die WM in Basel. Bislang brachte er einen eigenen Boden mit, doch klopfte ihm dafür bereits der Weltverband auf die Finger. Im Frühling zeigte sich Wackernagel noch optimistisch, sprach von Sitzungen zwischen dem Basler Sportamt und Betreibern der Joggelihalle: «Die Gespräche laufen gut, alle sind an einer raschen Lösung interessiert.» Vielleicht ist es bald auch hier vorbei mit der einstigen Einigkeit.