Einkaufstourismus

Basler Detailhandel: Stellenabbau als letzter Schritt

VielSchweizer kaufen lieber in Deutschland ein. (Foto: Keystone)

VielSchweizer kaufen lieber in Deutschland ein. (Foto: Keystone)

Der starke Franken und der damit verbundene Einkaufstourismus im benachbarten Euroland machen den Detailhändlern der Region Basel zu schaffen. Die Umsätze gehen zurück. Kommt es zum grossen Stellenabbau?

Der Druck auf das Personal habe in den Coop-Filialen wegen der Umsatzeinbussen massiv zugenommen, sagt Roman Künzler, Sekretär der Gewerkschaft Unia. Seine Beobachtung: «Abgänge werden nicht ersetzt, und Leute im Stundenlohn weniger eingesetzt.» So wolle man die Budgets der Filialen doch noch einhalten. Mit weniger Personal in den Filialen steige die Arbeitsbelastung.

Beunruhigte Angestellte

Die Angestellten sind beunruhigt. Es wird kolportiert, dass Coop im Januar 2012 in der Nordwestschweiz über 350 Stellen streichen werde. Laut Künzler habe ihm die Coop-Personalabteilung aber versichert, dass es sich dabei um ein reines Gerücht handle. Coop-Sprecherin Denise Stadler will sich dazu nicht äussern. Sie bestätigt, dass Coop den Einkaufstourismus in den Grenzregionen spüre: «Entsprechend zurückhaltend sind wir mit dem Ersetzen von Stellen bei Fluktuationen.»

Neben dem Einkaufstourismus wirkten sich die rückläufige Konsumentenstimmung seit Frühling sowie Preissenkungen über das ganze Sortiment von drei bis vier Prozent negativ auf die Umsatzentwicklung aus. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir im Weihnachtsgeschäft die Vorjahreszahlen erreichen können», so Stadler.

Kündigungen im Einzelfall möglich

Realistisch zeigt sich Migros-Basel-Sprecher Dieter Wullschleger: «Das Verhalten der Konsumenten zeitigt Umsatzrückgang und dieser in letzter Konsequenz Stellenabbau.» Zurzeit regle man dies vor allem über die natürliche Fluktuation. Eine Kündigung sei im Einzelfall möglich, sofern sie nicht verhinderbar sei. «Jetzt gilt es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern, schliesslich sind wir uns der sozialen Verantwortung für über 3000 Mitarbeitende bewusst», sagt er.

Wullschleger hofft auf eine Wende zum Positiven im wichtigen Jahresendgeschäft. Unia-Sekretär Künzler wünscht sich, dass Coop und Migros die Umsatzrückgänge aufgrund eines einmal schwächeren Jahres «nicht auf dem Rücken des Personals kompensieren».

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