Ein Tête-à-Tête, ein Viergänger in einem hübschen Lokal mitten in der Stadt. Erster Gang, zweiter, dritter. Uff, beide sind satt. «Dürften wir anstelle des Caramelköpfli, das zum Menü gehört, allenfalls einen Café haben?» Was möglich sein sollte, wird verwehrt.

Ist so geschehen. Hier in Basel. Andreas Schwarz nennt keine Namen, will niemanden verraten. Kritik übt er trotzdem: «Es hat mit Gastfreundschaft zu tun. Ein Kunde sollte doch ...» Sollte. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. In Restaurants, aber auch in Verkaufsgeschäften.

Für Schwarz ist darum klar: «Wir müssen freundlicher werden!» Wir, das sind Leute wie er. Die ein eigenes Geschäft haben in der Innenstadt und leiden, dass weniger Kunden kommen als früher. Wie die bz berichtete, sind Schwarz und eine Kerngruppe weiterer Detaillisten seit einigen Wochen dabei, «herzhafte» Lösungen zu suchen. Einen Ansatz sehen sie bei den Gebühren öffentlicher Parkhäuser: Sie wollen, dass diese für die ersten zwei Stunden erlassen werden, damit wieder vermehrt Leute von ausserhalb nach Basel kommen.

Die Regierung hat das Verkehrskonzept Innenstadt vor zwei Wochen bereits gelockert und mit dem Akt vielen Detaillisten und Gastronomen in der Kernzone eine Freude bereitet. Die Parkhaus-Gebühren wurden bei der Lockerung aber nicht angetastet. Sie bleiben vorhanden – und hoch. Schwarz sagt jedoch: «Wir haben Grund zur Hoffnung, dass die Regierung doch noch über eine Preissenkung nachdenkt.»

Eva Herzog hört sich die Signale an

Vor einigen Tagen traf sich die Gruppe um Andreas Schwarz mit Finanzdirektorin Eva Herzog, um ihr die Idee zu unterbreiten. Und siehe da: «Sie nahm unseren Vorschlag entgegen – und wir werden weitere Gespräche führen», sagt Schwarz. So habe man etwa laut über ein Combi-Ticket für Parkhäuser und ÖV nachgedacht. «Ein Ok haben wir aber noch nicht.» Die Gruppe sei derzeit dabei, einen passenden Termin mit Andreas Kressler von Immobilien Basel-Stadt zu finden. Im Finanzdepartement möchte man dazu keine Stellung nehmen.

Unterstützt werden die Detaillisten und Gastronomen von Politikern verschiedener Parteien. Unter anderem macht sich LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein für die Anliegen stark. Allerdings nicht auf der politischen Ebene, sondern zunächst als Beobachterin. Sie wolle die Parteien selber verhandeln lassen und erst aktiv werden, wenn es nicht mehr anders gehe, sagt sie. Im März hatte von Falkenstein in einem Anzug bessere Zufahrtsregeln für die City gefordert – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt.

Im Gegensatz zu den Parkgebühren ist die zweite Massnahme der Ladenbesitzer nicht vom politischen Willen abhängig. «Wir merken, dass wir uns mehr anstrengen müssen, um unseren Kunden das Erlebnis bieten zu können, das sie sich wünschen», sagt Schwarz. Ihm schwebt eine Art Freundlichkeits-Coaching vor. Mathias F. Böhm von Pro Innerstadt ist offen, entsprechende Angebote zusammenzustellen, wenn das Bedürfnis tatsächlich da sei. Denn auch er sagt: «Die Dienstleistungs- und Servicequalität muss besser werden.»

Kommende Woche trifft sich die Detaillisten-Gruppe zum dritten runden Tisch.