Nachwuchs-DJ

Basler DJ darf vor Hitparaden-Stürmer auflegen

Morgen darf der Basler gemeinsam mit seinem DJ-Kollegen Ben Yoo Suk in der Kulturfabrik Kofmehl im Vorprogramm des Hitparadenstürmers die Bühne einheizen.

Morgen darf der Basler gemeinsam mit seinem DJ-Kollegen Ben Yoo Suk in der Kulturfabrik Kofmehl im Vorprogramm des Hitparadenstürmers die Bühne einheizen.

DJ Ben Ashton aus Basel darf mit Kollegen Ben Yoo Suk im Solothurner Kofmehl für Hitparadenstürmer Felix Jaehn einheizen.

«Herumreisen und in verschiedenen Städten dieser Welt auflegen, das wär ein Traum», sagt Ben Ashton. Der 18-jährige Newcomer-DJ aus Basel steht noch am Anfang seiner Musikkarriere. Doch den Traum, DJ zu werden, hatte er nicht von Anfang an. «Dass ich damit begonnen habe, war eher ein Zufall».

Vor fünf Jahren kaufte er sich sein erstes DJ-Pult. «Zu dieser Zeit wollte doch jeder irgendwie ein DJ werden.» Das DJ-ing interessierte ihn persönlich aber schon länger. Den Bezug zur Musik hatte er bereits in seiner Kindheit. «Mein Vater ist ausgebildeter Dirigent und daher viel unterwegs.» So kam Ashton damals auch nicht darum herum, ein Instrument zu spielen: «Ich habe so gut wie alles angefangen – und mit vielem nicht weitergemacht.» Zuerst Geige, dann Schlagzeug, dann wieder was anderes und wieder zurück zum Schlagzeug.

Wie bei den meisten ging es am Anfang mehr darum, Übergänge und Effekte zu machen. «Ich fand es toll, mich einfach hinzusetzen und meiner Kreativität freien Lauf lassen.» Nachdem er 2011 im Shake-It DJ Battle gewann, ergab sich die Möglichkeit, bei lokalen und nationalen Festivals mitzumachen. «So konnte ich beim Sonic und BigBang auftreten.»

Seit anderthalb Jahren legt der Maturand seinen Fokus auf das Produzieren. «Dadurch habe ich immer mehr meinen eigenen Stil gefunden.» Ein normaler Weg also. «Viele Künstler, die als DJ angefangen haben, werden später Produzenten.» Nebenbei besuchte er mit einem Kollegen zusammen die SAE (School of Audio Engineering) in Zürich. «Dort konnte ich halt recht viel Wissen mitnehmen.» Ihm war es wichtig, den technischen und musikalischen Hintergrund zu verstehen. «Heutzutage könnte man rein theoretisch schon mit Laptop und Kopfhörer Musik machen.»

Erste kleine Alben

Nach und nach fing Ashton an, erste Produktionen auf Soundcloud und Youtube zu veröffentlichen. «Meine Songs fanden zu meinem Erstaunen recht gute Resonanz. Ich hatte schon nach einigen Wochen Tausende Klicks», womit er nicht gerechnet hatte. Um möglichst viel Feedback und Unterstützung zu bekommen, nahm Ben Ashton sein Glück selbst in die Hand und schrieb Labels an. «Man muss halt zuerst auch etwas bieten können, bevor die Leute auf einen aufmerksam werden.»

Mit seinem melodischen-Deep House-Stil erreichte er bereits mehrere Releases auf international tätigen Labels wie Spirit Soul Records, Tommy Boy Entertainement (USA) und WONNEmusik aus Deutschland. «Vor drei Wochen habe ich ein kleines Album aufgenommen.» 2016 übernimmt Gregor Siewert mit seiner neu gegründeten Agentur BLCKNDWHT group dann auch offiziell sein Management. «Momentan ist es sogar so, dass ich einige Remix-Anfragen ablehnen muss, da mir die Zeit schlichtweg fehlt. Aber es ist toll zu sehen, dass jetzt auch von ausserhalb Anfragen kommen.»

Nebenbei absolviert er gerade seinen Zivildienst im Kompetenzzentrum Kinder, Jugend und Familie. Dort wirkt er in der Leitung des Jugendprogramms Real-DJ mit und kann so «Leidenschaft und Beruf verbinden».

«Wir sind kein Duo»

Auf ihn aufmerksam wurde auch ein Newcomer-DJ aus Zürich. Der erste Kontakt mit DJ-Kollegen Ben Yoo Suk fand im Herbst 2014 übers Internet statt. «Er hat meinen Soundcloud-Account entdeckt und mich angeschrieben.» Die beiden Freunde waren bereits mehrfach zusammen unterwegs, auch bereits für Gigs in Berlin. «Berlin ist dafür bekannt, fest in der elektronischen Musik verwurzelt zu sein. Es war eine tolle Erfahrung die Menschen aus dieser Szene kennenzulernen.»

Die gemeinsame Vorliebe für die elektronische Musik führte noch im Dezember desselben Jahres zur ersten gemeinsamen Produktion «Lights». Der Track wurde auf dem bekannten deutschen Musikblog Trndmusik veröffentlicht und zählt mittlerweile bereits über 30 000 Klicks. «Es ist ein tolles Gefühl.»

Ben Ashton & Ben Yoo Suk - Lights (Original Mix)

«Es muss passen»

Beide arbeiten als Künstler zusammen und geben gemeinsame Gigs. «Wir sind kein Duo. Wir sind zwei getrennte Acts», sagt Ashton. Den selben Stil sucht man bei ihnen vergebens. «Das ist gerade das Spannende. So hat man eine gute Mischung aus beidem.» Weitere Songs entstanden auch in Zusammenarbeit mit Sänger Philip Manning, der ebenfalls das Gymnasium Bäumlihof besuchte.

Ben Ashton feat. Philip Manning - Got Me Thinkin (Original)

Um eine grosse Erfahrung reicher wird Ben Ashton am Samstag sein. Dann darf er gemeinsam mit dem Kollegen Ben Yoo Suk die Bühne für den deutschen Star-DJ Felix Jaehn einheizen. «Ich freue mich riesig. Ich finde es toll, dass sich so eine Chance ergeben hat.» Er selbst sieht den Abend eher weniger als Gelegenheit, für sich Werbung zu machen, sondern vielmehr, um Spass zu haben. Aber: «Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, gesehen zu werden.» Bereits letzte Woche haben sich die Jungs getroffen, um Songs auszusortieren, und geschaut, was stimmig ist. «Da wir Felix Jaehns Konzert eröffnen, müssen wir schauen, dass es musikalisch zu ihm passt.» Mit dem Hitparadenstürmer selbst hatte Ashton noch keinen Kontakt, «aber vielleicht hat er ja am Samstag kurz Zeit.»

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