Schwimmunterricht
Basler Familienvater klagt in Strassburg gegen Schwimmunterricht

Ein 37-jähriger Familienvater aus Basel weigert sich seit Jahren, seine beiden Töchter in den gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht an der Schule zu schicken, weil das seiner strengen Auslegung des Islam widerspricht. Nun klagt er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

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Wer seine Kinder in Basel-Stadt nicht in den schulischen Schwimmunterricht schickt, wird gebüsst. (Symbolbild)

Wer seine Kinder in Basel-Stadt nicht in den schulischen Schwimmunterricht schickt, wird gebüsst. (Symbolbild)

Keystone

Ein Familienvater aus Basel weigert sich seit Jahren, seine Töchter in den gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht der Schule zu schicken - Der strenggläubige Muslim wurde dafür schon mehrfach von den Behörden gebüsst. Nun gelangt er an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und klagt wegen Verletzung der Religionsfreiheit.

Der Fall könnte schon in den nächsten Wochen in Strassburg behandelt werden, gibt seine Anwältin gegenüber der «Basler Zeitung» an. In der Schweiz hat der 37-Jährige bereits alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Im März 2012 unterlag er mit seinem Anliegen vor dem Bundesgericht. Beim Erziehungdepartement Basel-Stadt zeigt man sich überrascht: «Wir wussten nichts davon, dass die Familie an den Europäischen Gerichtshof in Strassburg gelangt ist» sagt Pierre Felder, Leiter Volksschulen, in der heutigen Ausgabe der «Basler Zeitung». Ausserdem bestätigt er, dass ein Urteil zugunsten des Klägers Konsequenzen für die heutige Handhabung unerlaubter Absenzen hätte: «Sollte das Gericht der Familie recht geben, würde das unsere Praxis ändern. Wir wären dann verpflichtet, das Schulgesetz zu ändern.»

Der Basler Familienvater, der Sekretär der Muslimischen Gemeinde Basel ist, hat bereits in einem anderen Fall für Aufsehen gesorgt. In einer Dokumentation des Schweizer Fernsehens von 2010 sagte er, dass ein Mann seine Frau zu Sex zwingen dürfe. Diese Aussage zog eine Anklage durch die Staatsanwaltschaft nach sich, das Appellationsgericht sprach ihn aber frei. (sra)