Heftig kritisiert werden die «Noote Heuer» aus dem solothurnischen Witterswil, die gemäss Facebook-Seite jeweils am Fasnachts-Zyyschtig beim Theater ohne Larven und mit geschminkten Gesichtern mehrere Konzerte geben. «Ein absolutes NO-GO! und ein Affront gegenüber unserer Basler Fasnachtskultur», schreiben die anonymen Autoren der erst zwei Tage alten Facebook-Seite weiter.

Gugge prüft rechtliche Schritte

«Noote Heuer»-Präsident Gaetano Giglio spricht von Verleumdung: «Einzelne Facebook-Kommentare sind extrem ehrverletzend und wir überlegen, ob wir rechtlich dagegen vorgehen sollen.» Der ursprünglich auf fasnacht.ch erschienene Artikel enthalte viele falsche Informationen und schüre gezielt den Hass. Es sei tatsächlich so, dass die «Noote Heuer» geschminkt seien und nach dem ersten Stück jeweils die Larve abnehmen. «Das machen wir seit eh und je so und es scheint den Leuten zu gefallen.» Bei den geschminkten Gesichtern handle es sich um kunstvolle Kreationen, die aufs jeweilige Kostüm abgestimmt seien. «Wir spielen seit 18 Jahren jeweils am Fasnachts-Zyyschtig beim Theater und haben hunderte Fans, die extra wegen uns dorthin kommen», sagt Giglio. Zudem gebe es viele Basler Guggen, die ebenfalls nach dem ersten Stück die Larve ablegen.

Dass es auch unter Basler Guggen solche gibt, die entgegen den Empfehlungen im Fasnachtsführer Rädäbäng ihre Konzerte teilweise ohne Larven spielen, bestätigt auch IG-Gugge-Obmaa Patrick Müller. «Es ist halt so, dass der Fasnachts-Zyyschtig ein ‹wilder› Fasnachtstag ist. Wir können die Regeln nicht durchsetzen und nur appellieren, dass sich Auswärtige wie auch Basler Guggen an die Traditionen halten – sonst verkommen unsere ‹drey scheenschte Dääg› irgendwann zu ‹Fasching›.»

«Hass nicht weiter schüren»

«Noote Heuer»-Präsident Giglio will mit dem Comité das Gespräch suchen. «Wir wollen den Hass, wie er sich jetzt auf Facebook entlädt, nicht weiter schüren und werden uns mit dem Comité an einen Tisch setzen.»