Die baselstädtische FDP hatte ihren Sitz in der Grossen Kammer 2015 bei den letzten Wahlen an die LDP verloren. Für die FDP-Liste 2019 lagen dem Parteitag nun sieben Bewerbungen vor. Die Freisinnigen nominierten dabei ihre Kandidaturen erneut als erste Partei im Stadtkanton, ein Jahr vor dem Wahltermin.

Urgese (Jahrgang 1986) präsidiert die Kantonalpartei seit 2016; er ist Jurist und arbeitet im Kader der Handelskammer beider Basel. Im Grossen Rat politisiert er seit 2014. Er erhielt bei der Nomination klar am meisten Stimmen seiner Parteileute.

Kessler knapp

Kessler (1959) hatte Ende der 1980er-Jahre die Grünen im Zürcher Kantonsrat vertreten. In Basel-Stadt war er ab 2009 Stadtentwickler, bis er beim grünen Departementsvorsteher Guy Morin in Ungnade fiel und Anfang 2017 gehen musste. Dazwischen hatte er sich in Basel als Drogendelegierter und Integrationsbeauftragter einen Namen gemacht.

Die FDP hatte Kessler Mitte 2017 für eine Kandidatur angefragt; ein Jahr später sagte er zu. Bei der Parteibasis ist sein Rückhalt noch ausbaufähig: Er schaffte das absolute Mehr, als Fünftplatzierter aber mit gleichvielen Stimmen wie Daniel Seiler (1969, Unternehmer). Seiler zog sich darauf zurück, um einen Losentscheid zu vermeiden.

Mit den zweitmeisten Stimmen nominiert wurde Dominique Martin (1980, Detailhandels-Digitalisierungsexpertin). Nach 2015 erneut auf die Liste kamen Nadine Gautschi (1972, Justiz- und Sicherheitsdepartement BS) und alt Grossrat Christian Egeler (1970, Verkehrsplaner beim Bund). Unter dem Limit blieb Daniel Brunner (1968, Versicherungskadermann).

Quotendiskussion

Eine kurze Diskussion löste vorab der Vorstandsantrag aus, die im ersten Wahlgang bestplatzierte Frau als nominiert zu behandeln. Dagegen regte sich Widerstand, etwa weil Quoten generell nicht liberal seien, und zwei Gegenanträge gingen ein. Die FDP verzichtete dann mit 49 gegen 23 Stimmen ganz auf eine interne Quote.

Basel-Stadt stehen aktuell fünf Sitze in der grossen Kammer zu. Derzeit vertreten zwei SP-Mitglieder sowie je eines von SVP, LDP und BastA! den Stadtkanton im Nationalrat. Die im Grünen Bündnis politisierende Linkspartei BastA! hatte den Sitz 2015 der CVP abgeknöpft, die ihn 2011 ihrerseits den Grünen abgenommen hatte.

Bei den letzten Wahlen war der damalige FDP-Kantonalpräsident Daniel Stolz aus dem Nationalrat abgewählt worden; er war nach dem Tod seines Vorgängers Peter Malama in die Grosse Kammer nachgerückt. Kurz nach der Wahl trat Stolz zurück, und Urgese löste ihn ab.

Liberal überholt

Die FDP hatte 2015 Wähleranteile verloren, während die Listenpartnerin LDP zulegte. Zusammen blieb der liberale Sitz erhalten, wechselte aber von der FDP zur LDP - das Rennen machte deren früherer Erziehungsdirektor Christoph Eymann, der schon 1991 bis 2001 im Nationalrat gesessen war.

Die meisten anderen Parteien im Stadtkanton haben noch keine Nominationsanlässe in ihren Agenden notiert. Die Grünen haben das Traktandum an ihrer Mitgliederversammlung am 11. Dezember angesetzt.