Malariaparasiten dringen normalerweise in menschliche rote Blutkörperchen ein, in denen sie sich verstecken und vermehren. Dann bringen sie die Wirtszellen zum Platzen, und die freigesetzten Erreger infizieren neue Zellen, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte.

Die neue Methode unterbricht diesen Kreislauf: Die frei gewordenen Erreger binden sich an die Nano-Imitate statt an die roten Blutkörperchen. Die «Abfangjäger» bestehen aus Molekülen, die sich in wässriger Lösung automatisch zu Bläschen formen. Sie sind mit den gleichen Andockstellen ausgestattet, an denen sich die Malaria-Erreger an ihre Wirtszellen anheften.

Parasiten einfangen

Die freigesetzten Parasiten bleiben an den Nano-Imitaten haften und die Invasion in weitere Wirtszellen wird blockiert. Das Immunsystem hat zugleich freien Zugang zu den Erregern und kann sie unschädlich machen. Die Resultate wurden nun im Fachjournal «ACS Nano» veröffentlicht.

In Versuchen im Reagenzglas konnte das Team um Wolfgang Meier von der Universität Basel und Hans-Peter Beck vom Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut (Swiss TPH) in Basel nachweisen, dass die Nano-Imitate eine Infektion der Zellen um das 100-fache besser reduzieren konnten als frei gelöste Andockstellen.

Da viele Krankheitserreger die gleichen Andockstellen zum Eindringen benötigen wie Malariaparasiten, könnten die «Abfangjäger» auch gegen andere Infektionskrankheiten wirken, erklärten die Wissenschaftler. Sie könnten eine Alternative sein bei vielen Infektionskrankheiten, gegen die es keine Impfung gebe und bei denen Resistenzen gegen Medikamente rasant zunähmen.

Das Forschungsprojekt wurde vom Schweizerischen Nationalfonds und dem Nationalen Forschungsschwerpunkt "Molecular Systems Engineering" finanziell unterstützt.