Medizin

Basler Forscher entschlüsseln Wanderschaft von Krebszellen

Forscher der Uni Basel und des Friedrich-Miescher-Instituts scheinen das Rätsel gelöst zu haben.

Forscher der Uni Basel und des Friedrich-Miescher-Instituts scheinen das Rätsel gelöst zu haben.

Krebszellen können im Körper auf Wanderschaft gehen und so Metastasen bilden. Basler Forschende konnten einen Gen-Hauptschalter identifizieren, der diese Wanderschaft auslöst. Wird dieser Schalter gehemmt, könnte man die Metastasenbildung vermindern.

Krebszellen können im Körper auf Wanderschaft gehen und so Metastasen bilden. Nun konnten Basler Forschende einen Gen-Hauptschalter identifizieren, der diese Wanderschaft auslöst. Die Hemmung des Schalters könnte die Metastasenbildung bei Krebspatienten hemmen, hoffen sie.

Normalerweise bleiben Zellen im Körper an Ort und Stelle, da sie mithilfe von Haftmolekülen aneinander und an der extrazellulären Substanz kleben. Krebszellen können sich jedoch aus diesen Bindungen lösen und in das umliegende Gewebe sowie in Blut- oder Lymphgefässe einwandern. So bilden sie Metastasen in anderen Organen.

Dieser Schritt von der sesshaften zur Wanderzelle ist kompliziert und läuft über mehrere genetische Programme ab, schrieb die Uni Basel in einer Mitteilung. Nun haben Forscher der Universität Basel und des Friedrich-Miescher-Instituts in Basel offenbar den Hauptschalter dafür gefunden, berichten sie im Fachjournal "Cancer Cell".

Kurative Medikamente in Entwicklung

Dieser Schalter namens Sox4 regelt die Aktivität von Genen, unter anderem solche, die Enzyme für die Verpackung des Erbguts bilden, schreibt das Team um Gerhard Christofori vom Departement Biomedizin. Dadurch werden Zellen in ihrem Verhalten und ihrer Funktion umprogrammiert. Diese Veränderung ist auch bei Patienten während der Metastasenbildung zu beobachten und korreliert mit einer schlechten Prognose der Krebserkrankung.

Nun hoffen die Forscher, dass sich Wirkstoffe entwickeln lassen, die Sox4 und die betreffenden Enzyme hemmen. Entsprechende Medikamente würden derzeit schon entwickelt, schrieb die Uni Basel. Sie müssten aber noch in Verträglichkeitsstudien getestet werden, bevor sie bei Patienten eingesetzt werden können.

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