Mit 57 zu 26 Stimmen hatte der Grosse Rat des Stadtkantons im Januar die Neugestaltung der Elisabethenstrasse gutgeheissen. Diese bildet die kürzeste Verbindung zwischen Innenstadt und Bahnhof SBB, ist jedoch ein Nadelöhr. Durch die enge Strasse fahren pro Tag bis 10'000 Autos und 300 bis 400 Trams.

Vorab zu den Stosszeiten kommen sich der öffentliche und der motorisierte Individualverkehr in die Quere, und die Trams bleiben oft stecken. Eng ist es aber auch für Menschen, die zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind. Auch für den Güterumschlag bei den Geschäften und an den Tramhaltestellen hat es zu wenig Platz.

Nicht mehr ins Kleinbasel

Um die Situation zu verbessern, sieht das 9,4 Millionen Franken teure Massnahmenpaket unter anderem die Sperrung der Strasse für den Durchgangsverkehr in einer Fahrtrichtung vor. Für alle Fahrzeuge offen soll die Elisabethenstrasse nur noch in Richtung Bahnhof SBB sein. Dagegen soll sie für den motorisierten Durchgangsverkehr in Richtung Kleinbasel gesperrt werden.

Dieses Vorhaben stösst bei den Jungparteien von FDP, LDP und SVP und den TCS auf Widerstand, weshalb sie gemeinsam das Referendum ergriffen. Bei 2000 nötigen wurden 3042 gültige Unterschriften eingereicht.

Die Gegner befürchten, dass durch die Teilsperrung der Elisabethenstrasse ein Teil des Verkehrs verlagert wird und dies im Raum Aeschenplatz zu einem Verkehrskollaps führt. Zudem werde das Kleinbasel isoliert, weil es eine Zugangsstrasse verliert.

Die Opponenten werfen dem Kanton zudem vor, autofeindliche Salamitaktik zu betreiben: Strasse für Strasse solle in eine autofreie Zone verwandelt werden.

Auslöser des Projekts ist der ohnehin notwendige Ersatz von Werkleitungen und Tramgleise. Ausgeführt werden sollen die Arbeiten in zwei Etappen ab 2012. Die umstrittene Teilsperrung ist Teil der zweiten Etappe, die 2015 oder 2016 in Angriff genommen werden soll.