Der Einzelrichter am Kreisgericht St.Gallen hatte die sechs Anhänger des FC Basel im Juni 2010 noch vom Vorwurf des Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz freigesprochen. Jene Urteile hat das Kantonsgericht jetzt mit Entscheid vom 4. Mai aufgehoben.

Es verurteilte die «Pyro-Schmuggler» wegen versuchter Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zu bedingten Geldstrafen. Zudem müssen die Verurteilten Verfahrenskosten von mehreren tausend Franken bezahlen.

Gang vor Bundesgericht wahrscheinlich

In einer Kurzbegründung schreibt das Kantonsgericht, die Verwendung der beschlagnahmten pyrotechnischen Gegenstände zu Vergnügungszwecken sei gemäss Sprengstoffgesetz verboten. Strafbar mache sich bereits, wer «Pyros» ins Stadion zu bringen versuche. Durch dieses Verhalten hätten die Beschuldigten ihren Tatentschluss manifestiert und mit der Ausführung der Straftat begonnen. Der Einzelrichter am Kreisgericht St.Gallen hatte dies in erster Instanz noch anders beurteilt.

Das Urteil des Kantonsgerichts dürfte wohl vor Bundesgericht nochmals behandelt werden. Denn in St.Gallen ist damit ein Präjudiz geschaffen worden, das von den Verurteilten und ihren Rechtsvertretern kaum akzeptiert werden dürfte. Und auch die St.Galler Staatsanwaltschaft hat ein Interesse daran, dass die Gesetzeslücke vom Bundesgericht endgültig geschlossen wird, wie der Erste Staatsanwalt Thomas Hansjakob bereits nach dem erstinstanzlichen Urteil bekräftigt hatte. (sda)