Unfallstatistik

Basler Fussgänger verunfallen am häufigsten – oft auf Fussgängerstreifen

Auf Fussgängerstreifen verunfallen besonders häufig Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. (Symbolbild)

Auf Fussgängerstreifen verunfallen besonders häufig Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. (Symbolbild)

In städtischen Kantonen und in Kantonen mit vielen Zupendlern verunfallen besonders viele Fussgänger. Spitzenreiter sind die Kantone Basel Stadt und Genf, gefolgt von Zug und Luzern. Am häufigsten sind Unfälle auf Fussgängerstreifen.

Dies zeigt eine Auswertung des Verbands Fussverkehr Schweiz, der die Unfallzahlen für die Jahre 2008 bis 2012 ausgewertet hat. Den höchsten Wert weist Basel Stadt auf, wo hochgerechnet auf eine Million Einwohner im Jahresschnitt rund 400 Fussgänger verunfallt sind. Unter 100 Fussgängerunfälle (auf eine Million Einwohner aufgerechnet) weist einzig der Kanton Obwalden aus.

Die am Dienstag veröffentlichte Auswertung zeigt weiter, dass Unfälle mit Fussgängern häufiger auf einem Fussgängerstreifen als daneben passieren. Einzig bei Kindern unter 10 Jahren ist es umgekehrt - dies trifft besonders auf Knaben zwischen 5 und 9 Jahren zu.

Auf Fussgängerstreifen verunfallen besonders häufig Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Die Zahl der Unfälle liegt bei ihnen fast 50 Prozent über jenem der Männer in der gleichen Altersklasse. Für dieses Phänomen konnte bisher keine Erklärung gefunden werden, schreibt der Fussgänger-Verband.

Tiefere Geschwindigkeitslimiten gefordert

Gemäss der am Dienstag veröffentlichten Jahresstatistik Strassenverkehrsunfälle sind im letzten Jahr 69 Fussgänger tödlich verunglückt. 301 Personen wurden bei Unfällen auf Fussgängerstreifen schwer verletzt, das ist der höchste Stand seit 2007.

Fussverkehr Schweiz fordert, dass die Geschwindigkeit in Ortszentren und bei wichtigen Querungsstellen reduziert wird. Es sei eine Binsenwahrheit, dass mit tieferen Geschwindigkeiten die Fussgängersicherheit erhöht werden könnte, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Die Zahl der Fussgängerunfälle sei nach wie vor zu hoch.

Schwyz aus Sicherheitsgründen gegen tieferes Tempo

Eine gegenteilige Meinung vertritt dabei etwa der Schwyzer Gemeinderat. Seiner Ansicht nach sind Fussgänger im Zentrum von Schwyz am sichersten, wenn für Autos das normale Tempo-50-Regime herrscht. Die Gemeinde verzichtet deshalb darauf, flächendeckend Tempo 30 einzuführen, wie der Gemeinderat ebenfalls am Dienstag mitteilte.

In Tempo-30-Zonen hätten die Autos gegenüber den Fussgängern Vortritt, wenn diese keine Fussgängerstreifen benützen. Fussgängerstreifen könnten aber nur noch in Ausnahmefällen angebracht werden. Dies berge eine erhöhte Unfallgefahr, schreibt der Gemeinderat.

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