Am 29. Oktober werden viele Basler Gastronomen weniger Gewinn machen als üblich. Der Grund: Sie geben zum Beispiel zehn Prozent ihrer Einnahmen weiter an die Hilfsorganisation «Help for Refugees Basel Switzerland», die vor etwas mehr als drei Wochen unter dem Namen «Basel hilft au!» von Markus Stocker gegründet wurde, dem Wirt des Gastro-Betriebs Fux und Haas.

Die Vereinigung hat seit dieser Woche über 1000 Mitglieder in ihrer Facebook-Gruppe. Mithilfe all dieser Menschen will die Gruppe insgesamt 120 000 Franken sammeln. Ein sehr grosser Teil davon wird am 29. Oktober zusammenkommen.

Nicht nur geben dann diverse Restaurants zwischen fünf und zwanzig Prozent ihrer Einnahmen an den jungen Verein. Auch Servicemitarbeiter spenden ihre Trinkgelder und im «Sud» findet ein Benefizfest statt. Weil ein grosser Teil der Getränke gesponsert wird, wird auch an diesem Fest viel Geld zusammenkommen. So stellt zum Beispiel die Brauerei Volta Bräu unentgeltlich Bier zur Verfügung und Eptinger sponsert das Mineralwasser. Und das Hotel Krafft lässt die italienischen Projektpartner gratis in seinen Zimmern übernachten.

Eine Lehrstätte für Flüchtlinge

Dazu gehört zum Beispiel Padre Francesco von der Ordensgemeinschaft der Salesianer. Er wird am Benefizfest die Projekte in Süditalien vorstellen, die «Help for Refugees» unterstützen will. Das erste Projekt – es heisst «Faber» – will jungen unbegleiteten Flüchtlingen eine Wohngemeinschaft und eine Ausbildungsstätte offerieren, die Platz für 20 Jugendliche bietet. In welchen Berufen die Flüchtlinge ausgebildet werden sollen, ist noch nicht klar.

Mit dem zweiten Projekt wollen die Basler Wirte erste Hilfe für neu ankommende Flüchtlinge leisten. Dafür plant «Help for Refugees» eine Hilfsgüter-Sammlung in einer Basler Lagerhalle. Die Sachspenden sollen dann nach Süditalien transportiert werden. Dazu Markus Stocker an der gestrigen Medienkonferenz: «Wir wollen explizit nicht einfach drauflos sammeln, sondern gezielt vorgehen. Wenn unsere italienischen Partner sagen, dass sie zwanzig Toitois brauchen, dann liefern wir zwanzig Toitois.»

Nicht nur legt «Help for Refugees» Wert auf Hilfsgüter, deren Bedarf vorher direkt angemeldet wurde. Zusätzlich ist es der Organisation auch wichtig, mit Ärzten, Juristen und Logistikern zusammenzuarbeiten. Zudem hat man sich mit dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk verbündet. Der Zewo-zertifizierte Verein stellt unter anderem sein Spendenkonto und seine Erfahrung zur Verfügung.

Welche Künstler und Musiker am Benefizfest im «Sud» auftreten, ist noch nicht vollständig bekannt. Die Künstlerin Rosetta Lopardo verriet gestern gegenüber der bz, dass unter anderem eine Tanzgruppe und ein Chor darunter sind. Nach dem Benefizfest soll die Arbeit von «Help for Refugees» noch nicht vorbei sein. Es ist ein erklärtes Ziel der Gruppe, langfristig Hilfe zu leisten. Die Mitglieder gehen davon aus, dass die Anzahl Flüchtlinge im nächsten Jahr zunehmen wird.