Gleichstellung

Basler Gleichstellungsbüro feiert 20-jähriges Bestehen

Ein Jahr später wurde die Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern gegründet.

Streikende Frauen auf dem Münsterplatz in Basel am nationalen Frauenstreik vom 14. Juni 1991.

Ein Jahr später wurde die Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern gegründet.

Die Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern Basel feiert in diesen Tagen ihr 20-Jahr-Jubiläum. Obwohl viel erreicht wurde, gibt es auf dem Gebiet der Gleichstellung immer noch zu tun.

Ihre Abteilung habe viel erreicht, sagt Leila Straumann, Leiterin der Basler Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern. Vor allem in der kantonalen Verwaltung habe sich bezüglich der Chancengleichheit von Frauen und Männern viel bewegt. „Die Verwaltung zeichnet sich durch flexible Arbeitsbedingungen, Teilzeitarbeit in allen Hierarchiestufen für Frauen und immer mehr Männer und einem hohen Anteil von Frauen in Führungspositionen aus. Sie übernimmt da auch eine Vorbildfunktion für die Privatwirtschaft."

20 Jahre nach der Schaffung des Basler Gleichstellungsbüros entspricht die Realität aber immer noch nicht den Vorstellungen von Straumann: In den Schweizer Verwaltungsräten börsenkotierter Unternehmen beträgt der Frauenanteil 10 Prozent. Während 61 Prozent der Mütter Teilzeit arbeiten, sind es bei den Vätern gerade einmal 7,6 Prozent. Männer verdienen durchschnittlich 22 Prozent mehr als Frauen. Bei dieser Aufzählung handle es sich aber nur um einige Beispiele. „Diese Pendenzenliste ist alles andere als vollständig", sagt Straumann.

«Immer noch zeitgemäss»

Regina Wecker, emeritierte Professorin für Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Basel, ist der Meinung, dass das Gleichstellungsbüro auch heute noch zeitgemäss ist: „Die aktuellen Debatten über Frauenquoten in Wirtschaft und auch Politik zeigen, dass es die Abteilung für Gleichstellung weiterhin braucht." Zwar handle es sich bei der Gleichstellung weder um eine lokale noch eine nationale Frage, sondern vielmehr um ein internationales Anliegen. „Trotzdem muss es aber auch auf lokaler und nationaler Ebene angegangen werden", so Wecker.

Auch für die Zukunft fehlt es der Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern nicht an Projekten, wie Straumann sagt. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es im Projekt «Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel», das Programm «no limits!» soll Jugendlichen die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Zukunftsgestaltung aufzeigen und die «Care Arbeit», die sich mit bezahlter und unbezahlter Betreuungsarbeit befasst.

Morgen Mittwoch um 18 Uhr findet die offizielle Jubiläumsfeier im Foyer des Theater Basel statt. Ebenfalls ab morgen widmet sich zudem eine Plakatausstellung der Schule für Gestaltung Basel dem runden Geburtstag der Basler Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern. Bis Sonntag läuft die Ausstellung „Gleich : Anders" im Ausstellungsraum der Schule (Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 12.30 bis 18.30 Uhr und Samstag/Sonntag von 12.30 bis 17 Uhr).

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