«Ich habe keine Freudensprünge gemacht, als ich von parteiinternen Angelegenheiten in der Zeitung gelesen habe», sagt Yves Krebs, Parteisekretär der Basler Grünliberalen. Auch Vizepräsident Emmanuel Ullmann war nicht erfreut darüber, dass Martina Bernasconi am Mittwoch in der bz Interna an die Öffentlichkeit brachte.

Die Ex-GLP-Politikerin, welche mit ihrem Wechsel zur FDP-Fraktion für Schlagzeilen sorgt, äusserte sich etwa enttäuscht über Ullmann und seinen Kollegen Johannes Vontobel, die sie nicht als Parteipräsidentin gewollt hätten. Ullmann will das nicht kommentieren: «Das Kapitel Martina Bernasconi ist für mich beendet.»

Diskussion noch nicht beendet

Weniger enttäuscht über Bernasconis intime Äusserungen ist Parteipräsidentin Katja Christ: «Das ist halt ihre Art.» Man will jetzt keine Schlammschlacht anzetteln. Man investiere die Energie lieber in die Zukunft der Partei.

Einen Vorwurf will die Parteispitze aber nicht stehen lassen. Laut Bernasconi habe die Partei sie im Regierungsratswahlkampf zu wenig unterstützt. «Die Partei hat gemacht, was möglich war», entgegnet Christ. Ullmann spricht von einer Wahrnehmungsverzerrung: «Wir sind nicht die SP mit einem Millionenbudget.»

Weil die GLP im Grossen Rat keine Fraktion wird bilden können, entgehen der Partei wichtige Kommissionsgelder. Bernasconi sieht die Partei in finanzieller Not und spekuliert, man werde sich vermutlich kein Sekretariat mehr leisten können. Das spiele gar keine Rolle, sagt Krebs, der diesen Posten im 20-Prozent-Pensum bestreitet, denn: «Das Sekretariat wird in dieser Form ohnehin aufgelöst.» Auch wenn man eine Fraktion hätte bilden können, wäre diese Stelle als 20-Prozent-Pensum schwierig zu rechtfertigen gewesen. Der Grund: Es stehen dieses Jahr keine Wahlen an. Krebs sagt, er sei nicht vom Pensum als Parteisekretär abhängig.

Angesichts des drohenden finanziellen Engpasses soll es innerhalb der GLP Politiker geben, die fordern, Bernasconi müsse der Partei Geld zurückzahlen. Geld, das in ihren Wahlkampf floss. Bernasconi lehnt das ab. Dass die Grünliberalen von Bernasconi Geld zurückverlangen, schliessen Christ und Ullmann nicht aus. Ullmann sagt: «Vielleicht entscheidet der Vorstand an seiner nächsten Sitzung eine Rückzahlungsforderung.» Christ bestätigt, dass man das Thema an der nächsten Sitzung besprechen werde.

Stimmung nach wie vor gut

Krebs glaubt nicht, dass Bernasconis Ausscheiden ein Rückschlag ist für die GLP: Die Partei sei nicht abhängig von Einzelpersonen. «Die Stimmung ist nach wie vor gut.»

Martina Bernasconi trat letzte Woche aus der GLP aus. Sie schliesst sich der FDP-Fraktion an, weil die Grünliberalen keine Fraktionsstärke erreichen. Für sie komme es nicht infrage, fraktionslose Grossrätin zu sein, sagt Bernasconi.