Der Kanton Basel-Stadt hat in der Drogenpolitik eine Vorreiterrolle inne. In einem Punkt aber hinkt Basel anderen grossen Städten hinterher: In Zürich und Bern gibt es längst sogenannte Drogeninformationszentren, in denen Konsumenten ihren Stoff testen lassen können. Basel hingegen muss die mobilen Labors für die Drogentests mieten – und zwar für 4970 Franken pro Abend. Noch bis Ende Jahr läuft in der Region das zweijährige Pilotprojekt «Safer Dance Basel». Die Suchthilfe Region Basel und der Verein Subsdance führen pro Jahr vier bis sechs Präventionseinsätze an Partys und Festivals in der Region durch. In den Clubs klären sie die Drogenkonsumenten auf und testen ihre Substanzen.

Eduard Rutschmann: «Das Angebot darf nicht verführen»

Der SP-Grossrat Otto Schmid verlangt nun in einem Vorstoss, dass die Basler Regierung prüft, ob das Angebot von fixen Drogenteststellen als ordentliches Angebot «im Sinne der Schadensminderung und Prävention» auch im Kanton Basel-Stadt aufgenommen und finanziert werden kann. Sein Anzug wird breit unterstützt: Politiker aus allen Parteien – abgesehen von der SVP – haben ihn unterschrieben. «Ich habe bei der SVP gar nicht aktiv nachgefragt», sagt Schmid.

Das hätte er vielleicht besser getan, denn sein Anliegen kommt auch bei der SVP gut an: «Eine fixe Drogenteststelle wäre eine gute Sache», sagt SVP-Grossrat Eduard Rutschmann. Er hätte den Anzug von Otto Schmid unterschrieben, wenn er gefragt worden wäre. «Es ist natürlich wichtig, dass das Angebot einen präventiven Charakter hätte und die Leute nicht zum Konsum verführt», sagt Rutschmann. Sonst werde es gefährlich. «Aber letztlich steht die Gesundheit im Vordergrund und wenn wir durch Tests verhindern können, dass verunreinigte Substanzen konsumiert werden, ist das positiv.»

Scheitern wegen der Kosten?

Schmid geht davon aus, dass sein Anzug gute Chancen hat – auch weil andere Kantone gute Erfahrungen mit Drogenteststellen gemacht haben. «Es geht hier um Schadensminderung und Prävention», sagt er. Denn vom Drogenkonsum abhalten könne man niemand: «Deshalb müssen wir versuchen, die Konsumenten vor schädlichen und verunreinigten Substanzen zu schützen.»

Einzig an den Kosten könnte sein Anzug scheitern, vermutet Schmid. «Allerdings muss man sich hier schon die Frage stellen, ob das Mieten der mobilen Labors längerfristig günstiger kommt.» Auch für Rutschmann stehen die Kosten in diesem Zusammenhang nicht an erster Stelle: «Es geht um Gesundheit. Sie ist wichtig und sollte finanziell unterstützt werden.»