Gegen Wildpinkler

Basler Grossräte haben ein dringendes Bedürfnis

Vischer will die selbstreinigenden WC-Anlagen gebührenfrei anbieten.

Vischer will die selbstreinigenden WC-Anlagen gebührenfrei anbieten.

LDP-Grossrat Heiner Vischer und knapp 40 weitere Grossräte fordern mehr Gratis-WCs in Basel. Konkret sollen die 27 gebührenpflichtigen, selbstreinigenden WC-Anlagen gebührenfrei angeboten werden.

LDP-Grossrat Heiner Vischer hat genau nachgerechnet. Ganz genau. In Basel-Stadt gibt es derzeit insgesamt 82 öffentliche WC-Anlagen. Davon sind 30 selbstreinigend und 52 konventionell betrieben. Hinzu kommen drei mobile Pissoirs, die über den Sommer betrieben werden. Die konventionellen WC-Anlagen unterteilen sich in 39 WC-Anlagen, neun Pissoirs und vier saisonal betriebene WC-Container.

Das aber scheint noch immer nicht zu reichen: «In den letzten Jahren wurde das Thema Wildpinkeln immer wieder in der Öffentlichkeit und auch im Grossen Rat diskutiert», sagt Vischer. Mit mobilen WC-Anlagen an neuralgischen Punkten habe das Baudepartement in den vergangenen drei Jahren zwar Verbesserungen erreichen können. Dennoch fordern Vischer und seine knapp 40 Mitstreiter die Regierung nun dazu auf, zu prüfen, ob die 27 gebührenpflichtigen, selbstreinigenden WC-Anlagen gebührenfrei angeboten werden können.

Und dann noch die Gleichstellung

«Dies könnte dazu führen, dass mehr Menschen öffentliche WC-Anlagen benützen und auf das Wildpinkeln verzichten», hofft Vischer. Und dann wäre da ja auch noch der Aspekt der Gleichstellung: So würde durch die Gleichstellung mit den Gratispissoirs auch die Ungleichbehandlung der Frauen aufgehoben, betonen die Antragssteller.

Bereits zwölf Jahre sind vergangen, seitdem sich der Basler Grosse Rat eingehend mit dem Thema befasst und die Vorlage «Öffentliche Toilettenanlagen, Verbesserung der Infrastruktur und Umsetzung des Gesamtkonzepts» diskutiert hat. Um Vandalismus vorzubeugen, ist damals eine Schutzgebühr von 50 Rappen eingeführt worden. Davon wollen die Grossräte jetzt wieder wegkommen. Die Gebühr könne die Betriebskosten der Anlagen ohnehin in keiner Weise decken. Deshalb soll die Regierung nun einen Gebührenerlass ins Auge fassen.

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