Swiss Indoors
Basler Hotels sind während Swiss Indoors sehr gefragt

Die Tennisstars verlangen von ihren Unterkünften vor allem eins: Diskretion. Die Luxushotels sind während den Swiss Indoors gefragter denn je. Die Spieler, aber auch Betreuer, Sponsoren, Funktionäre und Fans kommen in den Zimmern unter.

Mélanie Honegger
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Das Hotel Trois Rois ist die Basler Lieblingsabsteige von Lokalmatador Roger Federer.

Das Hotel Trois Rois ist die Basler Lieblingsabsteige von Lokalmatador Roger Federer.

Martin Töngi

Ein Spaziergang über die Mittlere Brücke genügt, um zu merken, dass in Basel wieder Swiss-Indoors-Zeit ist. Während die weissen Werbefahnen im Herbstwind flattern, weilen 32 Spitzentennisspieler samt ihrem Begleittross in der Stadt. Doch wo erholen sich eigentlich all die Sportler von ihren Strapazen? Klar ist: Während der Swiss Indoors sind Zimmer in hiesigen Luxushotels gefragter denn je – zu den Kunden zählen nicht nur die Tennis-Asse selbst, sondern auch Betreuer, Funktionäre, Sponsoren und gut betuchte Fans.

Gleich hinter den Fahnen, die auf den Sportanlass aufmerksam machen, liegt das «Trois Rois», das Luxushotel Basels schlechthin. Dass dort immer wieder auch Tenniskönig Roger Federer weilt, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Doch das Fünf-Sterne-Hotel am Rheinufer ist nicht nur für den Basler die erste Adresse, wenn es um eine komfortable Unterkunft geht. Caroline Jenny, Kommunikationschefin des Hotels, gibt sich allerdings bedeckt, was ihre Kundschaft anbelangt: «Wir sind von den Swiss Indoors betroffen. Mehr darf ich aus Datenschutzgründen nicht sagen.» Ähnliche Antworten erhält man auch bei den anderen exklusiven Unterkünften der Stadt, allen voran dem Hotel Hilton beim Bahnhof SBB. «Leider kann ich keine Auskunft zu den Gästen während der Swiss Indoors geben.» Das ist alles, was Kommunikationsleiterin Nadine Schmidt zum Thema sagt.

Die knappen Antworten zeigen, was Tennisprofis von ihren Unterkünften erwarten: absolute Diskretion. Das bestätigt auch Felix Hauser, Direktor des Radisson-Hotels an der Heuwaage. Zwar beherbergt er während der Swiss Indoors keine Tennisspieler, trotzdem kennt sich Hauser mit Prominenz aus. Immer wieder logieren bei ihm Fussballmannschaften; während der Champions League waren gar Clubs wie AS Roma zu Besuch. «Im Grunde wollen die Sportler ganz elementare Dinge», weiss der Geschäftsführer aus eigener Erfahrung, «Diskretion und Ruhe. Kurze Distanzen bis zum Trainingsgelände und zur St. Jakobshalle sind natürlich auch wichtig, im Vergleich zu den anderen Faktoren aber zweitrangig.» So merke sogar im Hotel selbst kaum jemand, dass prominente Persönlichkeiten vor Ort weilen.

Auch in einem anderen Punkt sind sich die Hotelverantwortlichen einig: Die Swiss Indoors sind mit ihren vielen Gästen eine der wichtigsten Wochen überhaupt für die Basler Hotelszene. Daniel Egloff, Tourismusdirektor der Stadt, erklärt, dass Grossanlässe wie die Swiss Indoors vor allem aufgrund ihres Status als Fixpunkt innerhalb eines Jahres wertvoll seien. «Die Vermarktung und die Planung eines Events, der jedes Jahr wieder stattfindet, gestaltet sich um Einiges einfacher als die Organisation eines einmaligen Anlasses wie zum Beispiel eines Madonna-Konzerts.»

Gratis-Champagner inklusive

So konnte Basel Tourismus für die Zeit während des Tennisturniers rund 730 sogenannte Swiss-Indoors-Packages verkaufen. Nur das Basel Tattoo kann diese Summe noch übertrumpfen. In den Pauschalangeboten inbegriffen sind nebst einer Übernachtung im Doppelzimmer und Tickets für den Halbfinal auch exklusive Zusatzleistungen wie Champagner oder Gratiseintritte in den offiziellen Club der Swiss Indoors.

Zwischen 500 und 600 Franken für eine Übernachtung zahlen die Besucher für dieses Angebot. Kostspielige Spezialangebote und viele Hotelreservationen gehören also zum alljährlichen Sportanlass wie die Tennisprofis selbst. So bringt es Radisson-Chef Hauser wohl auf den Punkt, wenn er sagt: «Die Swiss Indoors sind ein riesiges Marketingprodukt und somit extrem wichtig für Basel als Reisedestination.» Dafür lohnt es sich dann auch, den Superstars etwas Raum für Privatsphäre zu gewähren.