Wohnungsnot
Basler Investor für Studentenzentrum gefunden

Die Idee eines Studentenzentrums im Hotel Steinengraben nimmt Form an. Die Studi-Organisation Skuba hat einen Investor gefunden. Ende Jahr entscheidet derRegierungsrat über das Projekt.

Joël Hoffmann
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Alters Hotel Steinengraben: Hier sollen Studenten wohnen (Foto: Kenneth Nars)

Alters Hotel Steinengraben: Hier sollen Studenten wohnen (Foto: Kenneth Nars)

Für dieses Semester haben sich fast 2000 neue Studenten an der Universität Basel immatrikuliert. Bereits Mitte August klagte die Studentenorganisation Skuba, dass in Basel günstiger Wohnraum für Studenten rar sei – es gäbe Wartelisten und Austauschstudenten hätten ins Hotel ziehen müssen. Um der Wohnungsknappheit Abhilfe zu schaffen, will die Skuba das ehemalige Hotel Steinengraben in ein Studentenzentrum (StuZ) verwandeln.

StuZ braucht keine Subventionen

Letzte Woche gab die Liegenschaftsbesitzerin Immobilien Basel-Stadt der Skuba nun Bescheid, dass das StuZ die erste Ausscheidung überstanden hat. Bis zum 28. Oktober muss die Skuba nun einen kompletten Projektplan mitsamt Bankgarantien einreichen. Ende Jahr wird der Gesamtregierungsrat schliesslich entscheiden, ob das StuZ zustande kommt oder nicht.

Chaim Howald, der innerhalb des Skuba-Vorstandes für den Bereich Soziales zuständig ist und das StuZ vorantreibt, ist über das Weiterkommen erleichtert: «Beinahe hätten wir das Projekt vorzeitig begraben müssen.» Denn: Bis Ende August musste Immobilien Basel-Stadt das Vorprojekt vorliegen. Doch erst aufgrund des bz-Artikels meldete sich ein privater Investor, der anonym bleiben will. Es handelt es sich um einen Basler Unternehmer der 20 Prozent des Projektes finanziert. Die Gesamtkosten für das StuZ belaufen sich auf circa 13 Millionen Schweizer Franken. Für die restlichen 80 Prozent werde eine Hypothek aufgenommen.

Das StuZ bietet Wohnfläche für 74 Personen. Es sollen Einzelzimmer sowie Wohngemeinschaften entstehen. Die Mietkosten von 500 bis 600 Franken im Monat sind marktüblich. Howald: «Wir bieten komfortable 23 Quadratmeter grosse Zimmer mit eigenem Bad.» Zwar würde sich Howald über Subventionen vom Kanton freuen, aber das StuZ solle selbsttragend sein. «Das Ziel ist eine schwarze Null», stellt Howald klar.

Mehrwert für Basel

Um dennoch vielleicht günstigere Mieten anbieten zu können, sind die Skuba und der Investor auf der Suche nach Stiftungen. «Könnten wir das StuZ statt über eine Banken-Hypothek über Stiftungsgelder finanzieren, wären die Zinsen wahrscheinlich tiefer», erklärt Howald. Der Investor sei in dem Fall bereit, die Differenz an die Mieter weiterzugeben – also den Mietzins zu senken.

Das StuZ sei mehr als ein Projekt gegen die Wohnungsnot: «Wir wollen das Campusleben anregen und ein Zeichen setzen, dass Basel ein attraktiver Ort für junge Menschen in Ausbildung ist», betont Howald. So biete das StuZ eine Kindertagesstätte für 20 bis 25 Kinder, jeweils neun Ateliers und Proberäume sowie ein Restaurant mit 160 Sitzplätzen.