Pascal Mangold, Mitbegründer und Mitinhaber der Basler IT-Firma Magnolia, sagte vor drei Jahren in einem Interview: «Unser Vorteil ist, dass wir von niemandem abhängig sind, also keine externen Financiers haben.» Nun hat er seine Meinung geändert und die Berliner Finanzinvestoren von Elvaston ins Boot geholt.

Mangold sagt, immer wieder hätten sich Investoren angeboten. «Wir wollten aber keinen Finanzhai.» Mit Elvaston, deren Vertreter ebenfalls angeklopft hätten, seien die Gespräche anders verlaufen. Dass es hilfreich wäre, einen Geldgeber zu haben, sei ihnen aber schon vor Längerem klar geworden. Alle anderen Wettbewerber hätten diesen Schritt bereits vollzogen. Denn es sei immer schwieriger geworden, alleine aus dem erarbeiteten Kapital das Wachstum und die Innovationen zu finanzieren.

Am Dienstag berichtete Magnolia von einer «strategische Finanzpartnerschaft», die sie eingegangen sei. Über die Beteiligungshöhe von Evalston will Mangold nichts sagen. Dies hat der Investor allerdings kurz vor Weihnachten bereits getan. Elvaston schrieb in einer Mitteilung, er habe über einen Fonds «die Magnolia akquiriert». Dass die Finanzinvestoren zumindest eine Mehrheit übernommen haben, könnte aus dem Umstand abgeleitet werden, dass Mangold das Verwaltungsratspräsidium an einen Vertreter von Elvaston abgetreten hat.

Die komplexe Transaktion beschäftigte mehrere Anwaltskanzleien über Wochen. So fliesst das Geld nun aus der deutschen Elvaston Capital Fund III GmbH & Co. KG in die Schweiz zu einer Magnolia Beteiligungs AG. Die Basler Magnolia International wird schliesslich ein Tochterunternehmen der in Zug domizilierten Magnolia Holding.

Hauptsitz bleibt in der Region

Mangold sagt, es sei vertraglich festgeschrieben, dass das Hauptquartier in Basel, beziehungsweise auf Münchensteiner Boden im Dreispitz bleiben werde. Die definitive Struktur mit der Zuwahl von zwei neuen Verwaltungsräten erfolge jedoch erst im Februar.

Magnolia entwickelt Content-Management-Systeme, aus denen etwa Websites gespeist werden. Die Produkte werden von internationalen Konzernen wie Avis oder Airbus genutzt, aber auch in der Region eingesetzt. So basiert etwa der Internetauftritt von Basel-Stadt auf Magnolia-Technologie. Auch die «Tageswoche» arbeitet mit diesem System, was nicht verwundert, da Mangold Verwaltungsrat der Herausgeberin, der Neue Medien AG, ist.

Das Unternehmen startete Mangold mit seinem Partner Boris Kraft im Jahr 1996. Seit 2007 firmiert sie als Magnolia. Mittlerweile erwirtschaftet sie einen Umsatz von rund 15 Millionen Franken und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter an sieben Standorten. Die Programmierer arbeiten in Tschechien und in Vietnam.