Jugendbefragung
Basler Jugendliche sind gegen Baustellen und Drogen

Jugendliche sind auch im Kanton Basel-Stadt immer häufiger online. Jetzt hat das Surfen im Internet bei den häufigsten Freizeitaktivitäten das Musikhören vom Spitzenplatz verdrängt.

Delphine Conzelmann
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Gamen und im Internet Surfen sind die Lieblingsbeschäftigungen Basler Jugendlichen. (Symbolbild)

Gamen und im Internet Surfen sind die Lieblingsbeschäftigungen Basler Jugendlichen. (Symbolbild)

Patrick Hersiczky

Zum ersten Mal seit vier Jahren hat das statistische 2017 wieder eine grossflächige Jugendumfrage im Kanton Basel-Stadt durchgeführt. Diese soll der Politik Hinweise über die Bedürfnisse der Basler Kinder und Jugendlichen liefern. Dabei unterscheiden sich die Wünsche und Beschwerden der Jugendlichen oft kaum von denen älterer Generationen.

Auf die Frage, was sich ändern soll, wären die Jungen an der Macht, meinte ein 12-jähriger Junge: «Mehr Bänke für alte Leute (mein Opa regt sich die ganze Zeit auf)». Und während die Antwort auf die Frage, woran sich die Jungen in Basel am meisten stören, in den letzten Jahren noch ein idealistisches «Nichts» war, waren es 2017 die vielen Baustellen, die den Jugendlichen am meisten zu schaffen machten.

Auch im Bezug auf die Drogenpolitik haben viele Jugendliche eine restriktive Haltung: «Betrunkene Menschen» gehören zu den meistgenannten Problemen der Stadt. So sind es dann auch solche «unangenehme Personen», die die Jungen dazu veranlassen, gewisse Orte ihn Basel aktiv zu meiden.

Alte Wünsche und Rollenbilder

Mit der Kriminalstatistik korreliert das Sicherheitsgefühl der Jugendlichen allerdings selten: «Meist haben diese Umfragewerte mit der aktuellen Berichterstattung mehr zu tun, als mit realen Zahlen», erklärt Mathias Bestgen, Projektleiter der Jugendbefragung.

Trotz Ängsten zeichnet sich die Jugend gegenüber der Erwachsenenwelt noch immer durch ihre kreativen Träume aus, meint Bestgen: «Wünsche von Kindern brauchen nicht realistisch zu sein. Ob eine grosse Halle zum Scooter fahren und Trampolinspringen realisierbar ist, steht nicht im Vordergrund. Anbringen kann man die Idee ja einmal». Das haben sich wohl auch jene gedacht, die es mit der zeitlosen Forderung nach «weniger Schule» versucht haben.

Conradin Cramer, Vorsteher des Erziehungsdepartements, will auch aus solchen Resultaten der Befragung lernen: «Wir müssen angesichts der aktuellen Tendenz sehr vorsichtig sein, die Stundenpläne nicht zu überlasten.» Sorge bereitet den Jugendlichen allerdings nicht nur die Schulzeit selbst, sondern, was darauf folgen soll. Gegenüber den letzten Umfragen zeigten sich besonders Gymnasiasten 2017 deutlich planloser, was ihre Zukunft betrifft. Diejenigen, die dennoch bereits eine Vorstellung ihrer späteren Karriere haben, spiegeln trotz schulischem Fokus auf Geschlechtergleichheit die Rollenbilder vergangener Jahrzehnte: Jungen zieht es in die Wirtschaft, während Mädchen sich noch immer in Pflegeberufen sehen.

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