Hooligans
Basler Jungparteien machen mobil gegen Hooligan- Konkordat

Jungsozialisten (Juso) und die Jungfreisinnigen zusammen das geplante Hooligan-Konkordat an. Die Massnahmen seien der letzte Gipfel einer Hetzjagd gegen Fussball-Fans, erklären die Jungparteien. Sie wollen sich nun wehren.

Moritz Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Nicht jedes Fussballspiel in der oberen Spielklasse sei so sicherheitsgefährdend, dass es bewilligt werden müsste, monieren Kritiker an den Verschärfungen des Hooligan-Konkordats.

Nicht jedes Fussballspiel in der oberen Spielklasse sei so sicherheitsgefährdend, dass es bewilligt werden müsste, monieren Kritiker an den Verschärfungen des Hooligan-Konkordats.

Keystone

Die von den kantonalen Polizei- und Justizdirektoren vorgeschlagenen Massnahmen seien der letzte Gipfel einer Hetzjagd gegen die Fankultur im Fussball, schreiben sie in einer gemeinsam verfassten Medienmitteilung. Es zeuge von einem unglaublichen «Unverständnis dieser ‹Experten›», das Abbrennen von Pyro-Feuerwerk im Stadion mit Gewalt gegen Menschen und krimineller Energie gleichzusetzen, lamentieren die beiden Jungparteien weiter.

Dass die Juso und die Jungfreisinnigen das Heu auf der gleichen Bühne haben, ist eher selten. «In diesem Fall fanden wir es sinnvoll, wenn wir von links und von rechts etwas gegen das Hooligan-Konkordat unternehmen», sagt Carol Baltermia, der neue Präsident der Basler Jungfreisinnigen. Er sitzt zusammen mit Juso-Präsidentin Sarah Wyss im Komitee gegen das Hooligan-Konkordat. Baltermia ist entschieden gegen die geplanten Massnahmen: «Der grösste Teil der Fussballfans ist friedlich. Intimkontrollen und Datenbanken sind völlig unverhältnismässig und deshalb untauglich.» Auch die Aufregung um die sogenannten Pyros sei übertrieben: «Wenn man vor zehn Jahren eine Petarde angezündet hat, wurde einem zugejubelt. Und heute ist es das Schlimmste der Welt.» Allerdings, so Baltermia, müsse man unterscheiden: «Was der Fackelwerfer in Zürich gemacht hat, ist selbstverständlich kriminelle Energie.»