«Bettwil, wir sind da, autonome Antifa», hallt es durch die Strassen. Rund 40 Demonstranten ziehen mit Musik und Fahnen zum Gemeindehaus und hinterlegen dort eine Protestnote, in der das Verhalten der Bevölkerung im Kampf gegen eine Bundes-Asylunterkunft in der 560-Seelen-Gemeinde scharf kritisiert wird.

Aufgerufen zu dieser Demonstration haben linke Gruppierungen aus Basel, darunter Vertreter der Juso Basel-Stadt sowie des Grünen Bündnisses. «Wir haben in Basel Probleme, weil Asylplätze fehlen - der Aargau soll seinen Beitrag leisten», fordert Sarah Wyss, Präsidentin der Juso Basel Stadt. «Wir Grossstädter möchten Bettwil sagen, dass man gut mit Asylsuchenden zusammenleben kann.»

Sibel Arslan, Grossrätin des Grünen Bündnisses, ergänzt: «Wir sind vor allem entsetzt, dass Bettwil einen Freudentanz veranstaltet hat, weil ein Asylheim in der Gemeinde nicht gebaut werden kann.»

«Bomben auf Bettwil» gefordert

Dem Protestruf aus Basel sind unter anderem auch die Aargauer Jungsozialisten gefolgt. Dass sich Links-autonome der Demonstration angeschlossen haben, ist für Florian Vock kein Problem: «Es ist jeder willkommen und wir haben abgemacht, friedlich zu bleiben», sagt der Präsident der Juso Aargau.

Dies bestätigt auch seine Basler Kollegin Sarah Wyss: «Wir haben kein Interesse daran, dass es zu Gewalt kommt.» Und wenn sich Linksautonome vermummten, sei dies in Ordnung. «Solange es nicht ausartet, ist es deren gutes Recht.» Der Protest verläuft schliesslich friedlich, auch wenn Linksautonome die Bettwiler wiederholt als «Nazis» beschimpfen und «Bomben auf Bettwil» skandieren.

Die Reaktion darauf fällt mager aus: Fensterläden sind geschlossen und Strassen mit Ausnahme des grossen Polizeiaufgebots wie leer gefegt. Der Appell des Gemeinderats zeigt damit Wirkung: Die Bettwiler sind heute zu Hause geblieben. Und wer auf der Strasse ist, lässt die Demonstranten wortlos vorbeiziehen und spricht auch nicht mit Journalisten.