Wachstum

Basler Kantonalbank gibt Geld aus, um mehr einzunehmen

(Symbolbild)

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Die Basler Staatsbank investiert einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, um besser an Kunden heranzukommen. Das Ziel dabei: Marktanteile gewinnen.

Für die Jahre 2018 bis 2021 setzt sich die Basler Kantonalbank (BKB) und die Tochter Bank Cler «ambitiöse Wachstumsziele». Das sind deutliche Worte, aber von alleine kommt dieses Wachstum nicht. Gemäss einer BKB-Medienmitteilung will die Bank pro Jahr einen «mittleren zweistelligen Millionenbetrag» investieren, um an neue Kunden zu kommen. Das Ziel: Schneller wachsen als der Markt, also Marktanteile gewinnen. Zahlen dazu gibt die BKB nicht bekannt.

Mehr digitale Geschäfte

Weiter will die BKB auch Geld für die «digitale Transformation» des Geschäfts aufwerfen. «Nicht nur die Märkte sind in Bewegung, auch die Menschen ändern ihre Gewohnheiten, und die Technologie ändert den Arbeitsalltag der Menschen», schreibt die Bank. Der Kunde von heute ist mobil und will informiert sein, und zwar ortsungebunden, rund um die Uhr. Diesem Bedürfnis müsse sich die Bank anpassen. Die Strategie bezwecke, sämtliche Basisfinanzdienstleistungen in allen Kundensegmenten sowohl real (physisch) als auch digital zur Verfügung zu stellen. Konkret lanciert der Konzern BKB unter anderem neue «Produktebündel» für Privat- und Geschäftskunden, Videoberatung sowie ein Portal für KMU-Kunden. Bankdienstleistungen im Internet und auf den Smartphones sollen ebenso weiterentwickelt werden.

Keinen Einfluss auf Gewinn

Für die Geschäftsentwicklung gab die BKB bereits 2015 einen Betrag von 35 Millionen Franken aus, 2016 einen von 62 Millionen und 2017 einen von 89 Millionen – insgesamt also knapp 190 Millionen Franken in drei Jahren.

Werden der Gewinn der Bank und die Ablieferung an den Kanton sinken? Nein, sagt die Mediensprecherin Martina Hilker. «Die Investitionen in unser Geschäftsmodell werden in Zukunft zu höheren Erträgen führen, womit Gewinn und Geschäftserfolg bei gleichbleibenden Marktverhältnissen tendenziell höher ausfallen.» Die Investitionen in die Zukunft seien nur zum Teil im Sachaufwand und in der Erfolgsrechnung ersichtlich, weil ein Teil der Kosten aktiviert werden kann. Das kantonale Budget soll dabei nicht tangiert werden. «Wir gehen unverändert von einer konstanten Gewinnablieferung an den Kanton aus.»

Die BKB lege ausserdem nach wie vor grossen Wert auf eine starke Eigenmittelbasis. Die Zielsetzung bis 2021 für die Gesamtkapitalquote liegt bei mindestens 17,3 Prozent. Aktuell liegt diese Messgrösse bei rund 18,9 Prozent. Es gibt also, salopp gesagt, sogar noch Luft nach unten...

Auch Bank Cler soll zulegen

Da sich die Geschäftsmodelle der Bank Cler und das der BKB immer mehr annähern, verwundert es nicht, dass auch die Tochterfirma die Digitalisierungs- und Wachstumsstrategie mitmacht. Auch sie will in den kommenden Jahren «deutlich über dem Markt» wachsen – auf dem schweizerischen allerdings. Die Bank habe eine Smartphone-Lösung für den einfachen Umgang mit Geld entwickelt. Diese werde im ersten Quartal 2018 lanciert.

Ausserdem will die Bank Cler künftig neben Coop auch mit Partnern aus anderen Branchen kooperieren. Damit soll für Bankkunden ein «attraktiver Mehrwert» geschaffen werden. Und zudem erschliesse sich die Bank neue Ertragsquellen «jenseits klassischer Bankdienstleistungen».

Autor

Stefan Schuppli

Stefan Schuppli

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