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Basler Kantonalbank plant digitales Makeover

Ausschnitt aus dem «Making-of»-Filmchen auf der BKB-Homepage: Bankchef Guy Lachappelle in der Maske. Screenshot

Ausschnitt aus dem «Making-of»-Filmchen auf der BKB-Homepage: Bankchef Guy Lachappelle in der Maske. Screenshot

Die Digitalisierung macht auch vor der Finanzbranche nicht halt. Die Basler Kantonalbank investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in ihren Online-Auftritt. Direktionspräsident Guy Lachapelle plant die virtuelle BKB-Filiale.

Kürzlich war Guy Lachappelle, Direktionspräsident der Basler Kantonalbank (BKB), zu Besuch bei der IT-Firma TI & M in Zürich. «Es ist gewaltig, was da auf uns und die Finanzbranche zukommt», sagt er im Gespräch am Rand der Jahresmedienkonferenz der BKB vom Donnerstag. Die Bank entwickelt derzeit mit der Zürcher TI & M («Technology, Innovation & Management») die virtuelle Bankfiliale von morgen. In dieser wird im Prinzip dasselbe gemacht wie heute, nämlich Beratungsgespräche, Kontoeröffnungen etc. – nur eben online.

Investition von -zig Millionen

Aus Vergnügen oder Spielerei macht das die BKB nicht. Die Digitalisierung werde in der Bankenwelt voranschreiten. «Die digitale Transformation findet auch bei den Kunden statt», ist Lachappelle überzeugt. «Wenn eine Bank jetzt nicht in diesen Bereich investiert, dann dürfte ihre Zukunft nicht gesichert sein. «Wir investieren hier in den kommenden zwei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag.»

Ob dieser riesige Aufwand rentieren wird? Lachappelle: «Natürlich weiss man nicht, ob daraus ein finanzieller Mehrwert entsteht. Aber wir gehen davon aus.» Auch andere Investitionen wie etwa die in das (reale) Filialnetz seien mit gewissen Risiken verbunden.

Die vergangenes Jahr lancierte
«Easy-Hypothek» der BKB war der erste Schritt in die digitale Welt auf der Produkteseite. Weitere werden nun im Rahmen der virtuellen Filiale folgen. «Wir gehen dabei von der Kundenseite ans Werk, das heisst, von Dienstleistungen, die wir im Interesse des Kunden anbieten werden. Die IT-Anpassungen ‹hinter den Kulissen› folgen in einem zweiten Schritt.»

Guy Lachappelle im BKB-Spot

Guy Lachappelle zum Geschäftsjahr 2015

Sehr anspruchsvoll

Technisch sei der Aufbau dieser neuen virtuellen Welt sehr anspruchsvoll, nicht nur an der Front. Auch im Backoffice müssen die Prozesse digitalisiert werden. Dazu kommen rechtliche Hürden. Die digitale Eröffnung von Konten beziehungsweise Kundenbeziehungen braucht den Segen der Finanzmarktaufsicht Finma. Generell hinkt die Schweiz dem Ausland in diesem Bereich hinterher.

Fürs laufende Jahr gibt sich der BKB-Direktionspräsident «vorsichtig optimistisch». Guy Lachappelle erwartet ein solides Ergebnis. Nach seinen Angaben will die Bank heuer 37,7 Millionen Franken investieren, ein grosser Teil davon dürfte in die Informationstechnologie gesteckt werden.

Was den Steuerstreit mit den USA betrifft, rechnet die BKB mit einer Einigung im laufenden Jahr. Die Rückstellungen von 100 Millionen Franken, welche die BKB 2013 getätigt hat, sollen nach Überzeugung der Verantwortlichen weiterhin ausreichen.

Die Bank hat eine Milliarde Franken weniger risikobehaftete Ausleihungen. Das heisst, dass die BKB im Geschäft zwischen den Banken von diesen teilweise Sicherheiten in Form von Wertschriften verlangt.

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