RKK
Basler Katholiken können vorsichtig aufatmen

Die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt scheint sich langsam zu erholen. Die Sparmassnahmen wirken, darum kann die RKK auf eine weitere Kostenreduktion verzichten.

Nicolas Drechsler
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Wartet auf eine Aussenrenovation: Kirche St. Marien.

Wartet auf eine Aussenrenovation: Kirche St. Marien.

Kenneth Nars

Die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt (RKK) schrumpft zwar weiterhin, aber nicht so rasch wie befürchtet. Das geht aus den Unterlagen für die Kirchensynode am 2. Juni hervor. Die Kirche rechnet in ihrer mittelfristigen Planung mit einem jährlichen Mitgliederschwund von 350 bis 500 Personen, was bedeuten würde, dass 2018 noch rund 26'000 Menschen der RKK angehörig wären. Diese Zahlen wirken sich auch direkt auf die Finanzen aus. Der Steuerertrag liegt laut Rechnung 2014 bei 11,5 Millionen Franken und wird sich bis 2020 auf rund 10 Millionen verringern. 1,7 Millionen Franken stehen allerdings noch aus, die Zahlungsmoral ist auch bei den Kirchen schlechter geworden.

Weil die Sparmassnahmen, die die Kirche in den Jahren 2009 umsetzte, offenbar besser gewirkt haben als angenommen, hat die RKK auf eine weitere Kostenreduktion, die eigentlich bereits geplant war, verzichten können. Dies, weil «die Erträge nicht wie in den Szenariengrundlagen angenommen zurückgegangen sind». Die Kirche rechnet mit stabilen Lohnkosten bei ihren 79 Vollzeitstellen und gleichbleibenden Erträgen aus ihren Liegenschaften und anderen Anlagen. Das Börsenjahr bescherte den Basler Katholiken 2014 bessere Erträge als angenommen.

Ganz ohne Kürzungen glaubt der Kirchenrat aber nicht auszukommen. So sollen bei den kantonalkirchlichen Diensten 2019 10 Prozent eingespart werden – bei den anderssprachigen Missionen soll ein gleich grosser Sparschritt erfolgen. Und ab 2016 werden die katholischen Studenten an der Uni Basel nur noch mit einem 80-Prozent-Seelsorger auskommen müssen; eine befristet eingerichtete Stelle wird aufgehoben.

Ausgaben für die Bauten

Grössere Ausgaben stehen bei den Liegenschaften ins Haus. Denn alleine für die Sanierung der Gebäude rund um die Kirche St. Anton – also Sigristenhaus, Pfarrhaus und Pfarreiheim – werden 1,3 Millionen Franken fällig. Die Kirche selbst wurde bereits bis 1991 letztmals komplett saniert. Auch die Asbestsanierung der Bruder Klaus Kirche der Pfarrei Heiliggeist verschlingt eine Million, dazu kommen weitere Ausgaben für die Restaurierung der Fassade und des Dachs. Doch den grössten Brocken macht St. Marien aus. Bei der Kirche an der Holbeinstrasse steht eine Aussenrenovation an, deren Kosten die katholische Kirche mit 3,6 Millionen Franken veranschlagt.

Hohe Zahlen, aber angesichts eines Versicherungswerts des gesamten Immobilienportfolios der RKK von rund 220 Millionen Franken dann doch nicht sehr erstaunlich.

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