Basel liegt im Herzen von Europa – mit besten Bahnverbindungen in alle Richtungen. Für die Basler SP liegt es deshalb auf der Hand, dass auch die Kantonsverwaltung dieses Angebot nutzen soll. Konkret fordert die Partei per Motion, dass die Verwaltungsangestellten künftig für Geschäftsreisen im Radius von 1000 Kilometern nur noch die Bahn benützen. Gleiches habe für staatsnahe Betriebe zu gelten. So soll Basel-Stadt einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses leisten.

Die Motion ist nur einer von insgesamt neun Vorstössen, welche die SP diese Woche im Grossen Rat einreichen will. Nachdem das Kantonsparlament kürzlich mit einer Resolution den Klimanotstand ausgerufen hatte, wollen die Sozialdemokraten den Worten nun Taten folgen lassen. Denn die Resolution will zwar der Reduktion von Treibhausgasemissionen die höchste Priorität einzuräumen, ist rechtlich aber nicht bindend.

Banken und Bäume

Mit ihren Vorstössen fordert die SP nun konkrete Massnahmen, die dem Klimawandel und seinen Auswirkungen entgegentreten. Gemeinsam mit den Juso arbeite die Partei bereits seit vier Monaten an dem Paket, betont SP-Grossrätin Lisa Mathys. Durch die anhaltenden Klimastreiks und die Resolution gewinne es jetzt aber an Brisanz und Gewicht. «Basel-Stadt kann nun wirklich mit gutem Beispiel vorangehen», sagt Mathys.

Die Vorstösse der SP umfassen eine breite Palette. So will etwa SP-Grossrat Stephan Luethi die Trinkwasserversorgung in der Region sichern lassen: Mit dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum und zunehmender Trockenheit wegen des Klimawandels könnte es eng werden. Basel-Stadt soll deshalb unter anderem einen Ausbau der Grundwasseranreicherung in der Langen Erle prüfen, schliesslich sei davon auszugehen, dass Baselland künftig seine Wasserressourcen selber nutzen muss.

Gleichzeitig soll die Stadt gegen zunehmende Hitzeextreme und Tropennächte vorgehen. Das Rezept der SP: mehr Stadtbäume pflanzen, welche die Sonneneinstrahlung reduzieren. Gleichzeitig soll so wenig Boden wie möglich versiegelt sein. Unnötige Asphaltflächen sollen zu Grünräumen umgewandelt werden. Mathys wiederum will die Zusammensetzung der Wälder ändern lassen. Eine neue Durchmischung müsse höheren Durchschnittstemperaturen und einer ausgeprägten Sommertrockenheit angepasst sein.

In eine ähnliche Richtung geht der Vorstoss von Alexandra Dill. Die SP-Grossrätin und Markthalle-Co-Chefin möchte eine bessere Durchlüftung der Stadt erreichen. So sollen gerade auf Entwicklungsgebieten oder entlang von Bahnarealen Gebäudestrukturen gewählt werden, die eine gute Luftzirkulation sicherstellen.

«Wir alle müssen uns bemühen»

Nicole Amacher wiederum hat den Finanzmarkt ins Auge gefasst, auch dieser sei zu Nachhaltigkeit verpflichtet. Sämtliche Geldanlagen des Kantons sollen deshalb bis 2025 keinerlei CO2-Emissionen mehr auslösen. Gleiches soll für die Basler Kantonalbank und die Pensionskasse gelten, wenn auch die beiden Institutionen fünf Jahre länger Zeit erhalten sollen, um das Ziel zu erreichen.

Die Vielfalt von Flora und Fauna liegt Sasha Mazzotti am Herzen. Sie nimmt deshalb die Landwirtschaft in Visier. Auf Basler Gebiet sollen zukünftig etwa keine synthetischen Pestizide mehr erlaubt sein. Gleichzeitig soll die Biodiversität aktiv ausgebaut und wichtige Pflanzenarten gefördert werden, welche die Grundlage für heimische Tierarten bilden.

An der Wurzel des Übels setzt Danielle Kaufmann an. Sie beruft sich auf das Pariser Abkommen, das die Klimaerwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius beschränken will. Basel-Stadt soll dazu die kantonalen CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 2010 senken. Bis 2050 seien die Nettoemissionen dann auf Null zu senken. «Nur wenn wir uns alle um die Reduktion der Treibhausgasemissionen bemühen, können wir die gesteckten Ziele erreichen», sagt Kaufmann.