Am Morgen um 10 Uhr gehts los: Zwei Küchenteams bekommen einen Warenkorb mit rund 14 Zutaten. Obst, Gemüse, Fleisch und Kräuter sind die Grundlage für das 3-Gang-Menü plus Amuse Bouche, das sie am Abend ihren Gästen servieren. Was sie aus den Zutaten zaubern, bestimmen die Teams selber. Bis die Gäste um 18 Uhr eintrudeln, können sie schälen, schnippeln, pürieren, niedergaren und anrichten. Um 19 Uhr muss das Amuse Bouche auf den Tischen stehen.

Kitchen Battle heisst die Veranstaltung, die sich in Zürich bereits einen Namen gemacht hat und dieses Jahr zum ersten Mal nach Basel kommt. Am 22. Oktober treffen in der Markthalle die Küchenteams des «Krafft Basel» und des «Les Gareçons» aufeinander. Einen Tag später kreuzen die Gastronomen des «5 Signori» und der «Brasserie La Rose» die Kochlöffel. Die Gäste und eine fünfköpfige Jury küren den Sieger, indem sie die aufgetischten Gänge bewerten.

Am Samstag, 24. Oktober, findet das Finale statt. Dann treffen die beiden Sieger von den Vortagen aufeinander. Tickets für das Halbfinale können zum Publikationszeitpunkt noch erworben werden, das Finale ist bereits ausverkauft.

Eine Flussküche in Ecuador

Die Köche duellieren sich aber nicht etwa zum Spass, sondern für einen guten Zweck: Die 120 Franken, welche die Besucher für zweimal drei Gänge plus zwei Amuse Bouche bezahlen, kommen den Projekten des gemeinnützigen Vereins Cuisine sans frontières zugute, der die Kitchen Battles organisiert. Und zwar fast ausschliesslich: «Das Kitchen Battle lebt vom ehrenamtlichen Engagement aller Beteiligten», sagt Anna Hofmann, Geschäftsleiterin von «Cuisine sans frontières». So würden auch die Lebensmittel und Getränke von den Lieferanten zur Verfügung gestellt.

Im Zentrum der Projekte des Vereins steht die Gastronomie. «Cuisine sans frontières» reist dorthin, wo es keine Gaststätten mehr gibt, an Orte, wo gemeinsames Essen aufgrund von Gewaltkonflikten oder sozialen Missständen verhindert wird. «Zusammen essen ist etwas, das den Frieden fördert», ist Anna Hofmann überzeugt. Essen verbinde, stärke die Gemeinschaft und könne Konflikten entgegenwirken.

Die Einnahmen des Kitchen Battle in Basel fliessen hauptsächlich in ein neues Projekt von «Cuisine sans frontières» in Ecuador. Seit die Regierung dort den Regenwald abholze, um Erdöl zu gewinnen, werde die indigene Bevölkerung vertrieben und verliere ihre Lebensgrundlage. «Die Einnahmen investieren wir in eine schwimmende Flussküche», sagt Hofmann. Eine Flussküche deshalb, weil die vielen kleinen Dörfer verteilt am Rio Napo liegen und meist nur auf dem Wasserweg erreichbar sind. «Dank des Schiffs können wir die unterschiedlichen Menschen aus den Dörfern am Fluss zusammenbringen», sagt Hofmann. In der Anfangsphase wird das Projekt von Vereinsgründer David Höner, einem ecuadorianischen Team und Freiwilligen aus dem Verein unterstützt. Wie die anderen Projekte von «Cuisine sans frontières» soll auch die Flussküche nach drei bis fünf Jahren autonom von einer lokalen Organisation weitergeführt werden.

Zusätzlich zur Flussküche wird der Verein in der Bezirkshauptstadt Puerto San Francisco de Orellana eine Gastronomieschule eröffnen. «Wir werden der verarmten, lokalen Bevölkerung mit einer Grundausbildung in der Küche den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen», sagt Hofmann. Die so ausgebildeten Menschen können natürlich früher oder später als Teil des Kochteams den Rio Napo befahren.